Rund 50 Botnanger haben sich im Bürgerhaus gemeinsam mit Experten intensiv den möglichen Varianten künftiger Verkehrsführung gewidmet. Foto: Torsten Ströbele

Bürger können dabei mithelfen, Lösungen für die Verkehrsprobleme im Bezirk zu erarbeiten.

Stuttgart-Botnang - Der Schleich- und Durchgangsverkehr ist für viele Botnanger ein großes Problem. Anfang des Jahres demonstrierten deshalb rund 70 Eltern mit ihren Kindern sowie Anwohner für eine Verkehrsberuhigung im Zentrum des Stadtbezirks.

Das Problem ist in Botnang bekannt. Und aktuell wird auch im Rahmen des Sanierungsgebiets 1 – Franz-Schubert-Straße – an Lösungen gearbeitet. Vergangene Woche stellte Stefan Wammetsberger vom Ingenieurbüro für Verkehrswesen, Koehler und Leutwein, drei Varianten im Bürgerhaus vor, über welche die rund 50 anwesenden Botnanger diskutieren konnten. „Der Schuh drückt fast überall“, sagte Wammetsberger. Und Stadtplaner Martin Holch ergänzte: „Egal, wo wir eingreifen, es wird immer an einer anderen Stelle Auswirkungen haben – mit Vor- und Nachteilen.“ Eine Nonplusultra-Variante gebe es leider nicht. „Aber wir werden Visionen mit Ihnen zusammen entwickeln“, sagte Holch. Die Umsetzung dauere allerdings ein wenig. Spätestens im Juli soll aber ein abgestimmtes Konzept in den politischen Gremien vorgelegt werden. „Und nach der Sommerpause setzen sich dann ein großer, schwerfälliger Dampfer und ein kleines schnelleres Boot in Bewegung“, erklärte Martin Holch.

Das schnellere Boot ist mit Maßnahmen bestückt, die kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden können, wie zum Beispiel die Straßenbreite an der Vaihinger Landstraße/Lendvaiweg zu verringern und sogenannte Berliner Kissen einzubauen, die dafür sorgen sollen, dass es an dieser Stelle wesentlich langsamer vorwärts geht. Über kurz oder lang soll sich der Schleichverkehr andere, schnellere Wege suchen.

Bis zur Sommerpause soll das Konzept stehen

Die einzelnen Maßnahmen aus den drei großen Varianten des Büros Koehler und Leutwein sind dagegen auf dem langsamen Dampfer, der erst langfristig am Ziel ankommen wird. Vorstellbar wäre, dass es im Ortszentrum künftig einen kompletten Einbahnstraßenring gibt, oder Teile des Straßenraums für Radfahrer, Fußgänger und Aufenthaltsmöglichkeiten umgebaut werden. Das würde allerdings zahlreiche Parkplätze kosten. Das Ingenieurbüro geht davon aus, dass rund 180 Stellflächen im Ortszentrum gebraucht würden. In Variante 3 blieben lediglich 145 erhalten.

Wammetsberger zeigte auch, wie der Knotenpunkt rund ums Bezirksrathaus an der Alten Stuttgarter/Hummelberg- und Klinglerstraße verändert werden könnte. Zudem ist die Sperrung der Schumannstraße weiterhin ein Thema. Der nördliche Bereich könnte zum Beispiel zwischen 7 und 9 sowie 12 und 14 Uhr gesperrt werden. „Es ist möglich, aus allen Varianten Teile zu nehmen und umzusetzen“, sagte Wammetsberger. Zunächst einmal ginge es aber vornehmlich um das Ortszentrum. „Wir gehen von innen nach außen vor. Wir haben aber ganz Botnang auf dem Schirm“, ergänzte Holch.

Wer in der vergangenen Woche bei der Sitzung im Bürgerhaus nicht vor Ort sein konnte, kann sich dennoch am Verkehrskonzept beteiligen – und zwar online unter www.stuttgart-meine-stadt.de/sanierungsgebiet/botnang1. Ab Ende der Woche soll diese Möglichkeit für etwa 20 Tage gegeben sein.

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