Matthias Moosdorf ist in seiner Fraktion isoliert. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Nach seiner Email gegen den baden-württembergischen AfD-Chef muss der Abgeordnete Matthias Moosdorf eine Ordnungsstrafe zahlen – und Moosdorf hat noch mehr Ärger.

Diese Abstrafung eines Parteifreunds ist empfindlich: Der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf muss ein Ordnungsgeld von 5000 Euro zahlen und soll außerdem sechs Wochen lang im Bundestag keine Reden halten. Das hat der AfD-Fraktionsvorstand beschlossen. Zudem sei gegen Moosdorf ein dreimonatiges Auftrittsverbot bei Fraktionsveranstaltungen verhängt worden, bestätigte ein Fraktionssprecher in Berlin entsprechende Informationen des Nachrichtenportals „t-online“.

 

Der Fraktionsvorstand reagierte damit auf einen Brandbrief, in dem Moosdorf heftig den stellvertretenden Fraktionschef Markus Frohnmaier kritisiert hatte. In einer Email hatte er dem Mann aus Baden-Württemberg ein „wiederkehrendes Muster mangelnder Urteilskraft“ sowie „richtige Entgleisungen“ vorgeworfen. Zuvor hatte Frohnmaier, der außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, die US-Militärschläge in Iran als „chirurgisch präzise“ gelobt. Moosdorf bezeichnete diese Wortwahl als „zynisch, unangemessen“ und als eine „bedenkliche Entkopplung von Realität und Sprache“.

Spott für Frohnmaiers USA-Reise

Dass Moosdorf die „interne“ Kritik an die komplette Fraktion versandte, fand die Fraktionsführung um Alice Weidel offenbar überhaupt nicht lustig. „Wer Herrn Moosdorf kennt, kann sich seinen Teil dazu denken. Alles Weitere klären wird intern“, hatte Frohnmaier angekündigt. Moosdorf handle aus „Eitelkeit“ und habe sich nicht mit seiner Abwahl als außenpolitischer Sprecher abgefunden, zitierte der „Spiegel“ Einschätzungen aus Frohnmaiers baden-württembergischem Umfeld.

Moosdorf war von Frohnmaier abgelöst worden, um die Russland-Fixierung der Partei aufzubrechen und gleichberechtigt auch an den USA-Verbindungen zu arbeiten. Allerdings werden auch Frohnmaier enge Russland-Kontakte nachgesagt. Für seine jüngste Delegationsreise in die USA ausgerechnet in der heißesten Phase von Frohnmaiers Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg hatte Moosdorf vor allem Spott übrig.

Moosdorf unter Druck: Anklage wegen Hitlergruß im Bundestag

Sie sei wegen „mangelnder Fremdsprachenkenntnisse und fehlender Etikette“ ein Reinfall gewesen. 40.000 Euro Kosten, aber „Termine von Belang? Fehlanzeige“, hatte Moosdorf geschrieben. Auch die Verwicklung Frohmaiers in die so genannte Vetternwirtschaftsaffäre mit der Beschäftigung seiner Frau und seines Stiefvaters bei anderen Abgeordneten hatte er kritisiert.

Allerdings ist der Abgeordnete aus Leipzig auch selbst umstritten. Im Herbst 2025 reiste er ohne die erforderliche Genehmigung der Fraktionsspitze nach Russland. Schon damals verhängte die AfD-Fraktion ein Ordnungsgeld von 2000 Euro und ein mehrwöchiges Redeverbot gegen ihn. Zuletzt hob der Bundestag seine Immunität auf. Er soll im Juni 2023 im öffentlich zugänglichen Eingangsbereich des Reichstagsgebäudes einen Parteikollegen mit „Hackenschlag und Hitlergruß“ begrüßt haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin erhob mittlerweile Anklage. Moosdorf nannte den Vorwurf „absurd“.