Der Tänzer und Choreograf Ismael Ivo (1955-2021) Foto: //Leif Piechowski

Der zeitgenössische Tanz ist ohne ihn kaum denkbar: Der brasilianische Tänzer Ismael Ivo ist im Alter von 66 Jahren in Sao Paulo gestorben. Das Stuttgarter Theaterhaus war lange Zeit seine künstlerische Heimat.

Stuttgart/Sao Paulo - Der Tänzer und Choreograf Ismael Ivo, eine Ikone der internationalen Tanzszene, ist tot. Wie das Festival Impuls-Tanz in Wien, das Ivo 1984 mitbegründete, mitteilt, ist der Brasilianer am Donnerstag in Sao Paulo im Alter von 66 Jahren an einer Covid-19-Erkrankung verstorben.

Fünf Jahrzehnte stand Ivo auf der Bühne und prägte an vielen Orten der Welt den zeitgenössischen Tanz. Dank seiner Fähigkeiten und seiner Darstellungskraft überwand er die Grenzen zwischen Tanz, Musik und Theater und verstand seine Kunst stets auch politisch.

Spektakuläre Zusammenarbeit: Ismael Ivo und Marcia Haydée

Die Regisseure Johann Kresnik, George Tabori oder Heiner Müller inszenierten mit Ivo spektakuläre Bühnenprojekte. In Stuttgart ist vor allem seine Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Ex-Ballettdirektorin Marcia Haydée legendär und noch vielen Zuschauern in lebhafter Erinnerung.

Das Stuttgarter Theaterhaus wurde über Jahre zu Ivos zweiter Heimat. Intendant Werner Schretzmeier pflegte mit dem Brasilianer eine besonders enge Zusammenarbeit. Noch 2016 war Ivo auf dem Pragsattel zu Gast; Anlass war die große Francis-Bacon-Ausstellung in der Staatsgalerie.

Seit 2017 leitete Ismael Ivo das Ballett in seiner Heimatstadt Sao Paulo, zugleich war er Co-Intendant des Opernhauses. Nun wurde auch er Opfer der Corona-Pandemie – wie so viele in einem Land, dessen Staatspräsident die Gefährlichkeit der Krankheit bis zum heutigen Tag auf geradezu kriminelle Art leugnet.

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