Sieht „schwere Bedenken“ bei der Opernsanierung: SPD-Kulturexperte Martin Rivoir Foto: SPD

Eine Milliarde Euro für die Generalsanierung des Opernhauses Stuttgart und die Erweiterung des Staatstheater-Areals? Zu teuer findet die SPD-Fraktion – und bekommt im Landtag Beifall der CDU-Fraktion.

Stuttgart - Die SPD-Fraktion im Stuttgarter Landtag stellt die am Dienstag im Verwaltungsrat der Staatstheater Stuttgart diskutierten Pläne zur Generalsanierung des Opernhauses Stuttgart und der Erweiterung des Staatstheaterareals um 10400 Quadratmeter deutlich in Frage.

„Summe lässt sich nicht vermitteln“

„Wir sind nach einer Untersuchung aus dem Jahr 2014, die Kosten von 300 Millionen Euro veranschlagte, nun bei fast einer Milliarde angekommen“, sagte der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Rivoir, am Mittwochmorgen bei der Debatte über die Kulturpolitik des Landes. „Irgendwann“, so Rivoir weiter, „lässt sich eine solche Summe der Bürgerschaft nicht mehr vermitteln. Meine Fraktion hat bei dieser Summe schwere Bedenken“.

Beifall aus der CDU-Fraktion

Der Beifall von CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart und Teilen der CDU-Abgeordneten auch bei Rivoirs Fazit „Für deutlich weniger Geld werden in anderen Städten komplette neue Opernhäuser gebaut“, deutete am Tag nach der Präsentation „raumscharfer Kostenberechnungen“ (Finanzstaatssekretärin Gisela Splett, Grüne) Widerstände nicht nur der Opposition im Stuttgarter Landtag an.

Stadt Stuttgart investiert in die Zukunft einer „Maker City“

Wie berichtet, veranschlagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Kosten für die Generalsanierung des Opernhauses – Spielstätte für die Oper Stuttgart und das Stuttgarter Ballett – und eine umfangreiche Neugestaltung der Werkstätten, des Kulissengebäudes und der Verwaltung auf 750 bis 950 Millionen Euro. Für die notwendige Ausweichbühne hat Stuttgarts OB Kuhn einen neuen Standort in Nachbarschaft der Wagenhallen vorgeschlagen. Dort sollen für 104 Millionen Euro ein temporärer Bühnenraum mit 1200 Sitzplätzen und temporäre Werkstätten entstehen, zudem für 84 Millionen Euro zwei fünstöckige Gebäude, die Teil der von der Stadt geplanten „Maker City“ werden sollen.

Kunststaatssekretärin Olschowski wirbt für Konsens im Parlament

Die parteilose Kunststaatssekretärin Petra Olschowski warb in ihrer Skizze der Antwort der Landesregierung auf eine große Anfrage der Grünen-Fraktion zur Kulturpolitik des Landes für die Rückendeckung des Parlamentes. „Die Kultur in Baden-Württemberg ist stark, weil hier im Landtag immer Konsens über die Bedeutung von Kunst und Kultur gab“, sagte Olschowski.

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