Online-Riese Joybuy verspricht Expresslieferungen und hat auch Stuttgart im Visier. Foto: Joybuy

Chinas Handelsriese JD.com will mit seiner Plattform Joybuy samt Zustelldienst in Deutschland durchstarten und Amazon Konkurrenz machen. Was es mit den Stuttgart-Plänen auf sich hat.

Der chinesische Handels- und Technologieriese JD.com ist im März mit seiner Online-Plattform Joybuy in Deutschland gestartet, verspricht die Lieferung noch am gleichen Tag und hat auch Pläne für Stuttgart.

 

Das Angebot von Joybuy reicht von Technikprodukten über Haushaltsgeräte, Produkte rund um Beauty und Wohnen bis zu Lebensmitteln und Alltagsbedarf. Kern des Konzepts ist ein Lieferservice namens „Double11“, wie das Unternehmen mitteilte. Dahinter steht das Versprechen, dass Bestellungen bis 11 Uhr in der Regel noch am selben Tag vor 23 Uhr zugestellt werden – zunächst in großen Städten Nordrhein-Westfalens, ab einem Bestellwert von 29 Euro ohne zusätzliche Lieferkosten.

Taggleiche Lieferung

Zum Start gilt das für mehr als fünf Millionen Menschen aus rund zwei Millionen Haushalten in Nordrhein-Westfalen. Außerhalb dieser Schnelllieferzonen liefert Joybuy deutschlandweit am Folgetag. „Der deutsche Markt braucht neuen Wettbewerb. Wir wollen bewusst anders auftreten als die etablierten Plattformen“, sagte Julia Hager, Leiterin Marketing und Kommunikation von JD Deutschland, der „Bild“-Zeitung. Damit dürfte sie zweifellos Giganten wie Amazon gemeint haben.

Noch in diesem Jahr will das Unternehmen in weiteren Ballungsräumen aktiv werden und hat dabei ganz offensichtlich auch Baden-Württemberg im Visier. „Wir planen den nächsten Schritt in große Städte wie München, Stuttgart und Frankfurt“, kündigte Hager in der „Bild“-Zeitung an. Einen konkreten Zeitplan dafür gebe es derzeit aber noch nicht, teilte das Unternehmen auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Wenn man das taggleiche Liefergebiet erweitere, werde dies in der Regel durch ein Lager unterstützt. Aktuell verfüge man noch über kein Lager in Stuttgart.

Joybuy hat nach eigenen Angaben in Deutschland zahlreiche Marken im Sortiment – darunter beispielsweise Apple, Bosch, Braun, Brita, De’Longhi, HP, Lego, Philip und Sony. Die Plattform startete zeitgleich in sechs europäischen Märkten: neben Deutschland noch in Belgien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.

Umsatzstärkster Einzelhändler in China

Europaweit hat JD.com nach eigenen Angaben mehr als 60 Lagerhäuser und Depots, allein in Oberhausen drei eigene Lager mit einer Gesamtfläche von mehr als 90.000 Quadratmetern Fläche. Von dort aus wird der Expresslieferservice angeboten durch den Lieferdienst JoyExpress. In Deutschland bietet das Unternehmen noch mehr als 20.000 Abholstationen.

JD.com hat erst kürzlich mit der Übernahme des Elektronikhändler Ceconomy (Marken Mediamarkt und Saturn) in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt und ist nach eigenen Angaben der umsatzstärkste Einzelhändler Chinas.