Das neue WLAN-Portal wird sechs Monate lang getestet. Foto: Horst Rudel

In zwei der 160 S-Bahnen in der Region Stuttgart können Fahrgäste WLAN nutzen. In diesen beiden Zügen wird nun auch ein eigenes Portal der S-Bahn mit Informationen angeboten. Nach Testphase soll entschieden werden, ob die gesamte Flotte mit WLAN ausgestattet wird.

Stuttgart. - Seit Januar 2016 gibt es in zwei S-Bahnen des Typs ET 423, die auf den Linien S 4, S 5 und S 6 verkehren, über WLAN mobilen Zugang zum Internet. Jetzt wird das Angebot ausgeweitet: In den beiden Zügen kann nun ein S-Bahn-Portal aufgerufen werden, das Informationen zum Fahrplan, zur S-Bahn allgemein, zur Region Stuttgart sowie aktuelle Nachrichten aus verschiedenen Zeitungen, darunter auch der Stuttgarter Zeitung, beinhaltet. „Damit sind wir das erste Verkehrsunternehmen, das ein WLAN-Portal in einem Ballungsraum anbietet“, sagt Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn Stuttgart, „wir sind in Sachen Internet Vorreiter in Deutschland.“

WLAN in der gesamten Flotte der S-Bahn

Auch bei der Ausstattung der übrigen 155 S-Bahn-Fahrzeuge, in denen es kein WLAN gibt, wollen die Bahn und der Verband Region Stuttgart im Lauf des Jahres vorankommen. „Unser Ziel muss sein, die komplette Flotte mit WLAN auszustatten“, sagt Regionaldirektorin Nicola Schelling. Laut Rothenstein ist es mittlerweile gelungen, eine technische Lösung für die Nachrüstung der neuen ET 430-Fahrzeuge mit Router und Dachantenne zu finden. Für den Umbau benötige man für ein Fahrzeug rund acht Stunden, die gesamte Umrüstung dauere fast ein Jahr. Wie hoch die Kosten sind, könne erst gesagt werden, wenn die Ergebnisse einereuropaweiten Ausschreibung vorlägen, sagte der S-Bahn-Chef. Darüber muss zunächst der Verkehrsaussschuss des Verbands Region Stuttgart beschließen. Der Verband ist Aufgabenträger der S-Bahn, bestellt und bezahlt also die Leistungen. Man habe für die WLAN-Ausstattung Geld reserviert, sagte Schelling. Die Mittel stammten auch aus den Strafzahlungen, die die Bahn für unpünktliche Züge der S-Bahn bezahlen muss.

Feedback von Fahrgästen

Rothenstein betont, dass man das WLAN-Portal nun sechs Monate testen wolle, dabei gehe es um die Stabilität der Verbindung und um die Inhalte. Er setze auch darauf, dass von den Nutzern Verbesserungsvorschläge kommen. Dafür ist eigens eine Antwortfunktion auf dem Portal eingerichtet. Die beiden Züge mit WLAN sind durch Aufkleber auf Türen und Fenstern gekennzeichnet. Der Zugang zum Netz der S-Bahn muss über WLAN-Einstellungen aufgerufen werden, beim Öffnen des Browsers wird man entweder direkt auf das Portal weitergeleitet oder man muss http://s-bahn.portal in die Adresszeile des Browsers eingeben.

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