Ebay will offenbar ab 2015 massiv Stellen abbauen. Foto: dpa

Bisher gehört der verbreitete Bezahldienst Paypal zur Online-Auktionsbörse Ebay – was ihm Geschäfte mit Ebay-Konkurrenten erschwert. Die Abspaltung soll Paypal neue Kunden bringen – und macht Ebay zu schaffen.

New York/Stuttgart - Der amerikanische Online-Händler Ebay erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, in großem Stil Stellen zu streichen. Mindestens 3000 Arbeitsplätze – zehn Prozent der Belegschaft – könnten wegfallen, berichtet das „Wall Street Journal“ in seiner Online-Ausgabe. Die Zeitung beruft sich auf mit den Vorgängen vertraute Personen.

Mit dem erwogenen Personalabbau wolle Ebay Anfang 2015 beginnen. Der Abbau werde vor allem das Kerngeschäft Ebays, den Online-Marktplatz, betreffen.

Eine Sprecherin der US-Konzernzentrale des Unternehmens wollte den Zeitungsbericht auf Anfrage unserer Zeitung weder bestätigen noch kommentieren. „Wir kümmern uns um unsere Geschäfte und arbeiten daran, Ebay und Paypal als erfolgreiche und unabhängige Unternehmen zu positionieren“, hieß es. Auch die Sprecherin von Ebay Deutschland sagte lediglich, man kommentiere „Gerüchte und Spekulationen grundsätzlich nicht“.

Laut „Wall Street Journal“ will sich Ebay mit dem Sparprogramm auf die Abspaltung seines Bezahldienstes Paypal vorbereiten. Der Konzern hatte im September bekanntgegeben, das Tochterunternehmen an die Börse zu bringen, angepeilt sei die zweite Jahreshälfte 2015.

Die Abspaltung Paypals trifft Ebay hart. Die Bezahlsparte schaffte im vergangenen Quartal einen Umsatzansprung von 20 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar (1,57 Milliarden Euro) und baute die Zahl ihrer Kunden auf 157 Millionen aus. Damit hängte sie Ebays Online-Marktplatz, der mit einem Umsatzplus von sechs Prozent 2,16 Milliarden Dollar (1,74 Milliarden Euro) erreichte, in puncto Dynamik klar ab. Branchenexperten gilt die Abspaltung als Möglichkeit für Paypal, mehr Kunden zu gewinnen. Bisher kooperiert Paypal vor allem mit der eigenen Konzernmutter, was andere Online-Händler davon abhält, den Online-Bezahldienst Nummer eins zu nutzen. Zurzeit drängt auch Apple mit Apple Pay ins Geschäft. Auch Alibaba hat einen eigenen Bezahldienst, Alipay genannt.

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