Foto: Baumann

Jens Zimmermann, Geschäftsführer der Stuttgarter Kickers, arbeitet bei Olympia als Kommentator.

Whistler - Zugegeben: Wirklich oft kommt das nicht vor. Aber in diesem Moment war Jens Zimmermann tatsächlich ein wenig verwirrt. Da lief er also durch den Zielbereich des Langlauf-Stadions im Whistler Olympic Park, dachte sich nichts Böses - und plötzlich kam Königin Silvia von Schweden aus der Toilette. Aus der öffentlichen. Wie gesagt: Das musste Jens Zimmermann erst mal verarbeiten: "Da waren keine Leibwächter, das war die ganz normale Toilette, und dann ist sie einfach so durch die Menge weitergelaufen." Sachen gibt's.

Eine andere Sache ist , dass Zimmermann überhaupt dort ist, wo die schwedische Königin ist. Nämlich bei den Olympischen Spielen in Whistler Mountain. Denn der gute Mann könnte jetzt auch in Stuttgart-Degerloch sitzen, sich mit der Fußball-Regionalliga auseinandersetzen und sich um die Geschicke der Stuttgarter Kickers kümmern. Denn das ist ja eigentlich sein Job.

Jens Zimmermann ist Geschäftsführer der Blauen - aber er ist eben auch noch etwas anderes. Er ist Moderator und Kommentator. Und das schon seit Jahren. Im Vip-Bereich beim VfB war er schon im Einsatz, bei der Handball-WM, bei der Nordischen Ski-WM, bei der Vierschanzentournee und auch bei der Eisschnelllauf-WM. Nun ist er bei Olympia - weil der eigentlich vorgesehene Mann, ein Däne, absagen musste und den Kollegen Zimmermann empfohlen hat. Der sagt nun: "Das ist noch mal eine Stufe über meinen bisherigen Erfahrungen, es ist das absolute Highlight."

Aber es ist auch nicht ohne.

Jens Zimmermann, geboren im Schwarzwald, nun wohnhaft in Plattenhardt, war für die Langlaufwettbewerbe vorgesehen, vor Ort wurde dann entschieden, dass er, zusammen mit dem Kanadier Randy Ferguson, auch bei der Nordischen Kombination ans Mikro soll. "Das sind", rechnet der 37-Jährige vor, "15 Wettbewerbe an zwölf Tagen." Dazu kommt: Er kommentiert auf Englisch. "Und das ist eine ganz neue Herausforderung." Aber eine, die er nur allzu gerne angenommen hat.

Auch das Kickers-Präsidium zögerte keine Sekunde - und gönnte seinem Geschäftsführer diese neue Erfahrung. Dass er nun, kurz vor dem Start der zweiten Saisonhälfte, in Degerloch fehlt, gleicht Zimmermann mit vielen E-Mails und Telefonaten aus. Ansonsten widmet er sich ganz dem Job als Kommentator, der ihm am Samstag ganz besonders großen Spaß gemacht hat. Da durfte er den Silberlauf von Tobias Angerer zwar nicht bejubeln - "ich muss ja objektiv bleiben" -, aber immerhin hautnah begleiten. "Das hat mich riesig gefreut, weil ich den Tobi auch schon lange kenne", sagt Zimmermann. Und Whistler kennt nun ihn.

Nur Königin Silvia hat ihn nicht erkannt. Sachen gibt's.

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