In Tokio finden die Olympischen Spiele statt. Foto: dpa/Matt Slocum

An diesem Freitag beginnen die Olympischen Spiele in Tokio – und nicht etwa die „Olympiade“. Warum das so ist? Erklären wir Ihnen hier.

Stuttgart/Tokio - Millionen Sportfans weltweit fiebern den Olympischen Spielen in Tokio entgegen. In dieser Zeit spielt „König Fußball“ für rund zwei Wochen einmal nicht die Hauptrolle – stattdessen liegt der Fokus auch auf denjenigen Sportarten, die sonst nicht so sehr im Rampenlicht stehen.

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Gerade vor und während der Spiele werden die Begriffe „Olympiade“, „Olympia“ und „Olympionike“ häufig verwendet – und nicht selten in einem falschen Zusammenhang erwähnt. Wir klären die genauen Definitionen und zeigen, warum es für das anstehende Großereignis in Japan nur einen korrekten Begriff gibt: Olympische Spiele.

Unterschiedliche Zeitspannen sind gemeint

„Olympische Spiele“ und „Olympiade“ sind nicht gleichzusetzen. Vielmehr bezeichnen die beiden Begriffe gänzlich unterschiedliche Zeitspannen: Die „Olympischen Spiele“ umfassen lediglich die Austragungszeit der Olympischen Spiele, also den Zeitraum von rund zwei Wochen zwischen Eröffnungsfeier und Schlusszeremonie. Mit „Olympiade“ ist hingegen die Zeit zwischen zwei Olympischen Spielen gemeint. Die Olympiade dauert also meist vier Jahre. Denn sowohl zwischen den Sommerspielen als auch zwischen den Winterspielen liegen vier Jahre. Coronabedingt sind es im Fall von Tokio 2021 fünf Jahre.

Im normalen Sprachgebrauch wird auch „Olympia“ häufig erwähnt und als Synonym für die Olympischen Spiele verwendet. Streng genommen aber ist Olympia lediglich der Ort in Griechenland, an dem die Olympischen Spiele erstmals ausgetragen wurden.

Ein „Olympionike“ ist kein bloßer Teilnehmer

Ein weiterer Begriff, der im normalen Sprachgebrauch bei genauerem Hinsehen falsch verwendet wird, ist der „Olympionike“ oder die „Olympionikin“. Heutzutage ist von ihnen meist die Rede, wenn von ganz gewöhnlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Olympischen Spielen gesprochen wird.

Korrekterweise steckt in „Olympionike“ aber das altgriechische Wort „nike“ (Sieg) – mit der Folge, dass ein Olympionike streng genommen nur ein Goldmedaillengewinner sein kann. Denn korrekt übersetzt ist er ein „Sieger bei Olympischen Spielen“. In Abweichung zur exakten Bedeutung werden im heutigen Sprachgebrauch indes fälschlicherweise alle an Olympischen Spielen teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler so bezeichnet – und „Olympionike“ mit „Olympiateilnehmer“ gleichgesetzt.

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