Einer der Orte des Geschehens: das Stadion in der ostchinesischen Metropole Nanjing Foto: IOC

84 deutsche Nachwuchsathleten nehmen von diesem Samstag an bis zum 28. August an den Olympischen Jugendspielen in China teil. Der DOSB macht ihnen allerdings keine Medaillenvorgabe.

Nanjing - Für viele Leistungssportler ist es der große Traum, einmal bei Olympia dabei zu sein. Für die meisten bleibt er unerreicht. Einen kleinen Vorgeschmack auf die besondere Atmosphäre, die bei dem sportlichen Großereignis herrscht, gibt es für 84 deutsche Nachwuchsathleten von diesem Samstag an bis zum 28. August. Die Sportler im Alter von 15 bis 18 Jahren nehmen an den Olympischen Jugendspielen (OJS) im chinesischen Nanjing teil.

Insgesamt nehmen an den kleinen Sommerspielen mehr als 3700 Athleten aus über 200 Ländern teil. Darunter sind allerdings nicht mehr die Delegationen aus Sierra Leone und Nigeria – wegen des Ebola-Ausbruchs in ihrer Heimat. Unter den Startern des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) ist Turnerin Antonia Alicke von der TG Böckingen. Mit 15 Jahren und fünf Monaten ist die Schülerin des Wirtemberg-Gymnasiums in Untertürkheim die jüngste Teilnehmerin im deutschen Team. „Das Podium, die vielen Zuschauer – das ist alles neu für mich“, sagt sie. Ihr Ziel sei es, eine gute Qualifikation abzuliefern. „Es ist toll, überhaupt dabei zu sein“, meint Alicke.

Der Leistungsgedanke soll bei der zweiten Auflage der OJS nicht im Vordergrund stehen. Nach der Premiere in Singapur vor vier Jahren war Kritik aufgekommen, die Jugendlichen würden noch früher als ohnehin schon auf Leistungssport getrimmt. Dem wirkt der DOSB jetzt entgegen, indem er keine Medaillenvorgabe gemacht hat. „Wir geben bewusst keine Zahlen aus, die Sportler sollen einfach ihr Bestes geben“, sagt Deutschlands Chef de Mission, Bernhard Schwank. Wichtiger als das Ergebnis sei das Erlebnis, heißt es auch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). „Es geht nicht nur um den Wettbewerb, es geht genauso darum, Freunde zu finden“, sagt IOC-Präsident Thomas Bach. Und womöglich treffen sich die Freunde in ein paar Jahren wieder – bei den großen Olympischen Spielen.

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