Foto: Daubner

In diesem Interview erzählt Ausnahmesportlerin Daniela Daubner von ihrer Olympia-Teilnahme. Außerdem berichtet sie, wie die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen, die seit Neustem auch ihr Arbeitgeber sind, ihre sportliche Karriere fördern.

2016 war ein großes Jahr für die LG Neckar-Enz. Das erste Mal in der Geschichte der Leichtathletik-Gemeinschaft nahm eine Sportlerin aus ihren Reihen an den Olympischen Spielen teil. Daniela Daubner (26) war als Ersatzläuferin für die 4 x 400m-Staffel nominiert.

Frau Daubner, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Teilnahme an der Olympiade in diesem Sommer. Wie haben Sie die Zeit in Rio erlebt?

Die Teilnahme an Olympia war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Man taucht in eine ganz eigene Welt ein. Im Vorfeld wurden wir in einer Kaserne in Hannover eingekleidet. Es war wirklich lustig, dass Soldaten die Größenberatung übernommen haben. Nachdem wir von oben bis unten eingekleidet waren, haben wir ein ganzes Heft mit Vorgaben bekommen, wann wir welche Kleidung tragen sollen. Bei Olympia gelten eben ganz eigene Regeln.

In Rio waren wir im olympischen Dorf natürlich ziemlich abgeschnitten vom Rest der Stadt, aber es war eine wunderbare Erfahrung, auf so viele Gleichgesinnte zu treffen.

Seit Anfang Oktober sind die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen nicht nur Ihr Sponsor, sondern auch Ihr Arbeitgeber. Wie ist diese Zusammenarbeit entstanden?

Die ersten Berührungspunkte zu den Stadtwerken hatte ich natürlich über den Sport. So haben die Stadtwerke beispielsweise im Vorfeld der Olympiade eine spezielle Olympiaförderung beim LG Neckar-Enz unterstützt. Einen weiteren Berührungspunkt gab es dann während meines Studiums. Ich habe Verfahrenstechnik studiert und als ein Praxissemester anstand, habe ich das bei den Stadtwerken absolviert.

In meinem Bachelorstudium habe ich Energietechnik als Schwerpunkt gewählt. Insofern hat es sehr gut gepasst, dass ich in der Abteilung Wärmetechnik arbeiten konnte. Genau in dieser bin ich auch seit Oktober. Hier kümmere ich mich um Energie Controlling in städtischen Gebäuden, z.B. in Schulen. Ich kann an Gelerntes anknüpfen und ich schätze den Praxisbezug. Im Rahmen meiner Masterarbeit war ich in der Forschung tätig. Da fehlte mir einfach der Bezug zum echten Leben.

Es ist besonders schön, einen neuen Job anzufangen, wenn man schon im Vorfeld die Kollegen kennt und man weiß, wie gearbeitet wird. Das Zwischenmenschliche in dem Team passt einfach. Als Arbeitgeber ermöglichen mir die Stadtwerke, Beruf und Sport zu verbinden. Es gibt nicht viele Arbeitgeber, die das in dieser Weise tun würden.

Wie gelingt es Ihnen, Job und Sport unter einen Hut zu bekommen?

Bei den Stadtwerken habe ich eine Teilzeitstelle, ich arbeite also an drei Tagen die Woche. An meinen freien Tagen kann ich mich ganz dem Training widmen. Diese Aufteilung funktioniert für mich sehr gut. Arbeit und Sport lassen sich für mich auf diese Weise ideal verbinden.

Mit der Teilnahme an Olympia ist für Sie sicherlich ein Traum in Erfüllung gegangen. Was sind Ihre nächsten Ziele?

Vor Olympia habe ich gedacht, dass dies meine letzte Saison sein würde. Aber jetzt ist die Motivation wieder voll da und ich mache auf jeden Fall ein Jahr weiter. Ich hoffe, dass ich mich für die WM in London qualifiziere. Das ist dann auch nicht ganz so weit weg.

2018 findet die EM in Berlin statt. Mal sehen was kommt. Ich entscheide von Jahr zu Jahr, wie es sportlich weitergeht.

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