Für Athletinnen und Athleten gibt es bei Olympischen Spielen Gratis-Kondome. Foto: IMAGO/Pond5 Images

Nicht nur, weil in Cortina die Gratis-Kondome ausgegangen sind, spielt das Thema Sicherheit auch bei den Olympischen Spielen im Norden Italiens eine wichtige Rolle.

Das Thema Sicherheit ist immer ein wichtiges bei Olympischen Spielen. Das zeigt sich schon daran, dass die Organisatoren den Athletinnen und Athleten stets eine ordentliche Menge an Gratis-Kondomen zur Verfügung stellen. 10 000 sollen es diesmal gewesen sein, das Kontingent für Cortina war allerdings schon nach drei Tagen vergriffen. Der Boulevard titelte daraufhin, dass es nicht nur im engen Antholzer Tal auf dem Weg zum Biathlon Verkehrsprobleme gebe. Auch wir machen uns Sorgen um den Schutz bei diesen Spielen – allerdings aus ganz anderen Gründen.

 

Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Olympia ein Synonym für Hochsicherheitszone ist. 2016 standen in Rio de Janeiro an jeder Ecke erstaunlich junge Soldaten mit Maschinenpistolen, zwei Jahre später in Pyoengchang waren die Eingangskontrollen an den Wettkampfstätten strenger als Sicherheitschecks an Flughäfen. 2021 mussten 1,4 Milliarden Chinesen vor der olympischen Corona-Blase geschützt werden, weshalb alles, was mit den Winterspielen zu tun hatte, von kilometerlangen Zäunen umgeben war. Vor Paris 2024 herrschte eine große Terror-Angst, entsprechend ausgeklügelt waren die Gegenmaßnahmen. Weshalb alles, was wir derzeit erleben, einem fröhlichen Kindergeburtstag gleicht.

Wasserflaschen? Bitte mitnehmen!

In Val di Fiemme, wo die Wettkämpfe auf den Schanzen und in der Loipe stattfinden, gibt es an den Medieneingängen keinen Scanner für Rucksäcke und technisches Gerät. Stattdessen freundlich lächelnde Volunteers, die Personen oberflächlich und schnell mit einem Handgerät abtasten, in die Taschen aber nicht mal richtig reinschauen. Oft reicht es schon, nur einen der vielen Reißverschlüsse aufzuziehen und aufs Laptop zu deuten – alles andere interessiert dann nicht mehr. Noch bei keinen Olympischen Spielen durften wir Getränkeflaschen mit zu den Wettkampfstätten nehmen, hier könnte man auch noch nach einem Becher fragen, wenn man denn einen bräuchte.

Das Ganze hinterlässt uns ziemlich ratlos. Einerseits ist es schön, dass hier im Norden Italiens alles etwas lockerer gesehen wird – es passt zum Bild, das man von der Lebensart in dieser Region hat. Und andererseits kann man nur hoffen, dass auch weiterhin nichts passiert. Denn dann wäre die Kritik an den Lücken im Schutzkonzept heftig und das Problem viel größer als bei den Kondomen. Dieses lösten die Organisatoren, indem sie – Sicherheit geht vor – neue Olympia-Präservative besorgt und geliefert haben. Passenderweise am Valentinstag.