Glücklich über Bronze: Franziska Preuß, Vanessa Voigt, Philipp Nawrath und Justus Strelow. (von links) Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Wenn es um Stimmung im deutschen Biathlon-Team geht, hat David Zobel den Hut auf. Der machte die emotionale Ansprache vor dem Rennen, der gab bei der Party im Teamhotel den Takt vor.

Erst der ausgiebige Jubel mit den Fans auf den Zuschauerrängen und die Medientour im Stadion mit unzähligen Pressekonferenzen, dann ausgelassene Freude im Teamhotel: Mit goldenem Konfetti, Kronen für die vier Bronzegewinner und einem Tänzchen haben die deutschen Biathleten am Sonntagabend ihr erstes Edelmetall bei den Olympischen Spielen gefeiert.

 

Da machte es auch nichts, dass Justus Strelow ein kleines Malheur passiert ist. Bei der Siegerehrung hatte der Startläufer der Mixed-Staffel noch glücklich auf seine Medaille geschaut, die ihm umgehängt wurde. Beim wilden Tanz im Hotel hat sie sich von ihrem Band gelöst und ist zu Boden gefallen. Es ist nicht die erste Medaille bei den Spielen in Italien, die wohl ein Aufhängungsproblem hat.

Fokus ganz auf den Wettbewerb

„Das Gewicht allein schon. Da merkt man, dass man richtig was am Hals hängen hat, nicht nur die Akkreditierung“, hat Nawrath mit lächelndem Blick auf sein Exemplar erklärt und sich riesig über seine erste olympische Trophäe gefreut. Die fehlte in seiner Sammlung bisher noch. Bei Olympia in Peking vor vier Jahren war der Allgäuer mit der Mixed-Staffel auf Rang fünf gelandet, mit der Männer-Staffel Vierter.

Beispiel für den Fokus auf die Wettbewerbe: Nawrath hat sich als Vertreter der Biathleten zur Pressekonferenz der Medaillengewinner von Team D nicht nach Cortina ins Deutsche Haus aufgemacht, sondern online zugeschaltet. Und auch gefeiert wird vor allem im eigenen Kreis, lange Fahrten sollen vermieden, dafür der Teamgedanke in den Vordergrund gerückt werden.

Teamspirit im Vordergrund

Und dabei spielt David Zobel offensichtlich eine wichtige Rolle. Es sei am Samstag „nochmal eine echt coole Ansprache von David im gesamten Team“ gewesen, sagte etwa Vanessa Voigt. „Er hat gemeint, dieser Sport lebt von Emotionen, und ich nehme sie gerne alle mit. Und jetzt wurden wir mit einer Medaille belohnt, es ist einfach unfassbar.“

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Teamspirit auch beim Rennen: Alle Sportler waren mit an der Strecke, haben die Wettkämpfer angefeuert und mit ihnen gejubelt. Viel Support gab es auch aus der Heimat. Kurzfristig hätten sich zwei Familienmitglieder bei ihm angemeldet, sagte Nawrath. Es gebe wohl keinen in der Mannschaft, ob Athlet oder Betreuer, der keine Familie, Freunde oder Bekannte in Antholz dabei habe, weiß DSV-Sportdirektor Felix Bitterling.

Ansage von Bitterling

„Wir haben hier definitiv noch was vor. Es ist nicht so, dass wir uns jetzt auf die Abreise vorbereiten und sagen: Jetzt haben wir unsere Medaille,“ kündigte der schon mal an, dass Bronze erst der Auftakt sein soll. Die positive Stimmung sei mit Leistung unterlegt worden, deshalb durfte am Abend auch gefeiert werden. Mit Zobel als Taktgeber und Einpeitscher.

Auch wenn es sicherlich nicht zu spät wurde: Schließlich steht schon am Dienstag, 13.30 Uhr, die nächste Chance auf Edelmetall an: Nominiert wurden vom Trainerteam für den Einzel über 20 Kilometer Philipp Nawrath, Philipp Horn, Lucas Fratzscher und David Zobel.