Kann ihr Glück kaum fassen: Jutta Leerdam Foto: AFP

Unter den Augen des niederländischen Königs lief der Social Media-Star zu Gold und zeigte: Sie hält dem Druck stand.

Sie hat gekontert. Und wie. All der Kritik, den negativ-Schlagzeilen und dem Druck im Vorfeld ihres Olympia-Rennens zum Trotz gewann die niederländische Eisschnellläuferin Jutta Leerdam am Montagabend Gold über 1000 Meter. Mit Olympischem Rekord und vor den Augen von König Willem-Alexander und Königin Maxima. So schnell wie sie war bei Winterspielen noch keine über diese Distanz. „Das ist surreal. Ich kann es immer noch nicht glauben“, sagte Leerdam, während sie von ihrem Verlobten, dem Influencer und Boxer Jake Paul auf Händen durchs Stadion getragen wurde. Beide weinten. Vor Freude. „Es ist einfach ein Traum, der wahr geworden ist“, so Leerdam.

 

Nach dem Rennen beendete die 27-Jährige auch einen seit einigen Tagen währenden Presseboykott mit den niederländischen Medien, der nach anhaltender Kritik an ihr begonnen hatte. Im Vorfeld der Winterspiele hatte das Social-Media-Sternchen der Oranje für reichlich Diskussion gesorgt: Mit einem Privatjet war sie nach Mailand gereist, während der Rest ihres Teams gemeinsam mit dem Flugzeug flog. Ohnehin polarisiert Leerdam in ihrem Heimatland, wird als Diva bezeichnet. Über fünf Millionen Menschen folgten ihr bis vor den Spielen auf Instagram. Ihr Verlobter, Jake Paul, ist Unterstützer von Donald Trump und war in Mailand bereits an der Seite von US-Vize JD Vance bei einem Eishockeyspiel der US-Frauen zu sehen.

Sportlich Antwort gegeben

Nun scharten sich Fotografen und Medienvertreter um die 27-Jährige. Sie hatte die sportliche Antwort auf all die Diskussionen um sie in der Eisarena gegeben. Sie habe es „allen Kritikern gezeigt“, lobte die dreimalige Olympiasiegerin und Eurosport-Expertin Anni Friesinger-Postma nach dem Rennen: „Man darf über sie denken, was man will: Aber sie hat schon zuvor mit Leistung überzeugt, sie hat es auch nicht immer einfach und sie kann mit Druck umgehen. Man darf es ihr gönnen.“

In ihrem Rennen ließ Leerdam der am Ende drittplatzierten Japanerin und aktuellen Weltmeisterin, Miho Takagi, von Beginn an keine Chance und konterte sogar ihre Landsfrau Femke Kok, die zuvor ebenfalls mit olympischem Rekord in Führung gegangen war. Die 500 Meter-Spezialistin musste sich am Ende mit Silber begnügen. „Wir haben einen der wichtigsten Momente der Sportgeschichte erlebt“, schrieb Jake Paul später bei Instagram zur Goldmedaille seiner Verlobten: „Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie stolz ich auf dich bin.“