Moon Jae-in (Mitte), Präsident von Südkorea, und seine Frau Kim Jung-Sook (rechts) bei einem Empfang vor der Eröffnungsfeier für die Olympischen Winterspiele mit Kim Yong Nam (links), Staatsoberhaupt von Nordkorea. Foto: YNA/dpa

Kurz vor der Eröffnungsfeier ist im südkoreanischen Pyeongchang alles angerichtet: Die nordkoreanische Delegation ist da, Kim Jong Uns nomineller Vertreter wird von Präsident Moon empfangen. In wenigen Stunden laufen nord- und südkoreanische Sportler gemeinsam ein.

Pyeongchang - Angeführt von der jüngeren Schwester von Machthaber Kim Jong Un ist die nordkoreanische Olympia-Delegation in Südkorea eingetroffen. Per Flug nach Incheon bei Seoul und Schnellzug nach Pyeongchang kam Kim Yo Jong am Freitag in der Austragungsstätte der diesjährigen Olympischen Winterspiele an. Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier begrüßte Südkoreas Präsident Moon Jae In zunächst das protokollarische nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam, den nominellen Spitzenvertreter der Delegation. Die beiden schüttelten sich die Hände, ehe Kim Yong Nam ein Foto mit Moon machte.

Erstmals seit mehr als 60 Jahren besucht mit Kim Yo Jong ein Mitglied der nordkoreanischen Herrscherfamilie das Nachbarland. Sie wird drei Tage lang in Südkorea sein. Am Samstag sollte sie sich mit Moon im Präsidentenpalast in Seoul zum Mittagessen treffen, auch Kim Yong Nam sollte dabei sein.

Bei der Ankunft der Delegation traf Kims Schwester am internationalen Flughafen Incheon kurz auf südkoreanische Regierungsmitarbeiter, darunter Wiedervereinigungsminister Cho Myoung Gyon. Sie lächelte dabei in die Kameras und wirkte selbstbewusst und entspannt.

Nord- und südkoreanische Sportler laufen gemeinsam ein

Kim Yo Jong gilt als die vermutlich engste Vertraute ihres Bruders und hochrangiges Mitglied der herrschenden Partei. Es ist ihr erster großer internationaler Auftritt. Kim Jong Un selbst hat Nordkorea seit seinem Machtantritt nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il Ende 2011 nicht ein einziges Mal verlassen.

Bei der Eröffnungsfeier sollten nord- und südkoreanische Sportler gemeinsam hinter einer blau-weißen „Vereinigungsflagge“ einlaufen. Dies dürfte den emotionalsten Höhepunkt der Eröffnung darstellen, bei der das deutsche Team hinter Fahnenträger Eric Frenzel einlaufen sollte.

Für die USA, den wichtigsten Verbündeten Südkoreas und Erzfeind Nordkoreas, ist Vizepräsident Mike Pence vor Ort. Er traf neben Moon am Freitag auch den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und forderte Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms auf.

„Eine Denuklearisierung muss der Anfang jeder Veränderung sein, nicht das Ende jeder Veränderung“, sagte er. Dazu seien konkrete Schritte nötig. Nur dann werde die Welt Verhandlungen mit Nordkorea erwägen und die internationalen Sanktionen gegen das Land lockern, sagte Pence. Olympia solle nicht benutzt werden, um umfangreiche Gespräche mit dem Norden zu beginnen.

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