Der neue und der alte Landeschef der Grünen sitzen beisammen: Oliver Hildenbrand, Chris Kühn (Mitte) und Thekla Walker, die an der Spitze bleibt. Foto: dpa

Mit 25 schon ein "alter Hase"? Grünen-Jungstar Oliver Hildenbrand fühlt sich in seiner Ökopartei im Südwesten tief verwurzelt. Nun steht er an ihrer Spitze.

Mit 25 schon ein "alter Hase"? Grünen-Jungstar Oliver Hildenbrand fühlt sich in seiner Ökopartei im Südwesten tief verwurzelt. Nun steht er an ihrer Spitze.

Esslingen - Der 25 Jahre alte Psychologiestudent Oliver Hildenbrand ist neuer Vorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg. Ein Parteitag in Esslingen wählte ihn am Samstag mit 81,5 Prozent zum Nachfolger von Chris Kühn. Dieser musste das Parteiamt abgeben, weil er jetzt ein Bundestagsmandat innehat. Hildenbrand, der keinen Gegenkandidaten hatte, bildet nun zusammen mit Thekla Walker die Doppelspitze der Regierungspartei. Der Parteitag hatte Walker zuvor wiedergewählt. Hildenbrand gilt als Linker, Walker repräsentiert den Realo-Flügel der Ökopartei - womit die interne Machtbalance gesichert ist.

Hildenbrand ist zielstrebig. Gleich als im September klar wird, dass die Grünen einen Nachfolger für Chris Kühn suchen müssen, weil der ein Bundestagsmandat errungen hat, wirft er seinen Hut in den Ring. Er habe „richtig Lust auf die Partei“, schreibt er in seinem Bewerbungsbrief.

Sprecher der Grünen Jugend

Hildenbrand stammt aus Wertheim (Main-Tauber-Kreis) und verfügt auch schon über reichlich Parteierfahrung: Von 2007 bis 2011 ist er vier Jahre lang Sprecher der Grünen Jugend, die in dieser Zeit unter anderem durch die Forderung nach einem Wahlalter null auffällt. 2011 kommt er in den Parteirat der Grünen im Land.

Regierung, Fraktion und Partei zu einen - das wäre sein Ziel als Landesvorsitzender, betont Hildenbrand. „Denn für das, was wir vorhaben, sind fünf Jahre definitiv zu wenig.“ Im Bundestagswahlkampf seien die Grünen nicht modern und offen, sondern altbacken rübergekommen. „Wir hatten Darstellungsprobleme.“

Aktuell bastelt Hildenbrand („ledig, aber in festen Händen“) an seiner Psychologie-Masterarbeit für die Universität Bonn. Nicht nur deshalb liest er auch am liebsten „psychologisch angehauchte“ Bücher. Ansonsten ist Hermann Hesse sein Lieblingsautor. Und sein Hobby? „Das ist wirklich so: Gespräche mit Freunden.“ Und das am liebsten bei „gutem Kaffee“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: