Zu den Schmuckstücken bei „Cars and Coffee“ gehören diese Mercedes-Oldtimer. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Zahlreiche Oldtimerfans sind am Sonntag bei „Cars and Coffee“ gewesen und haben schmucke Autos aus anderen Zeiten bewundert. Wer es verpasst hat, kann das noch bis zum 9. September nachholen.

Stuttgart - Diesen Sonntag scheint es fast so, als hätte es die Museumsschätze des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart-Bad-Cannstatt einfach an die frische Luft verschlagen: Rund 100 Oldtimer reihen sich auf dem Hügel vor dem Museum aneinander. Der berühmte VW-Käfer in leuchtendem Blau steht dort neben einem Fiat und auf der anderen Seite strahlt ein frisch polierter Mini Cooper mit einem Porsche um die Wette.

Der stolze Besitzer der Fahrzeuge aus aller Welt ist aber keineswegs das Museum selbst, sondern Privatleute aus der Region, die im Rahmen der Reihe „Cars & Coffee“ den Besuchern ihre Schätze zugänglich machen. „Diese bunte Mischung ist einzigartig in Stuttgart, es kommen Menschen mit so vielen unterschiedlichen Fabrikaten, darüber freuen wir uns sehr“, sagt Kevin Mehlig vom Veranstaltungsteam des Museums, der sich auch über die zahlreichen Besucher freut, die vor den Oldtimern Bilder schießen und sich mit den Inhabern über die Fahrzeuge und ihre ganz persönliche Geschichte unterhalten.

In zwei Jahren ist die Rubin-Hochzeit geplant

Die Oldtimer-Fans erzählen gerne, schließlich hegen und pflegen sie ihre Schätze teilweise schon seit vielen Jahren. So wie Gerhard Haid aus Stuttgart-Vaihingen, der seinen 48 Jahre alten Mercedes-Benz 280 SE seit 38 Jahren fährt und ihn am Sonntag mit bunten Blumen geschmückt hat. „Das Auto hat 200 PS und fährt über 230 km/h“, schwärmt der 79-jährige Stuttgarter.

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In zwei Jahren, wenn er das Auto dann 40 Jahre besitzt, möchte er die Rubinhochzeit ganz groß feiern. Dass das Auto noch so lange überlebt, daran hat er keinen Zweifel: „Der hat schon 700.000 Kilometer runter, der wird uns alle überleben“, sagt Haid. Schon damals im Jahr 1965, als das erste Modell auf den Markt kam, hatte sich Haid sofort in das Auto verliebt. Also sparte der Handwerksmeister viele Jahre, bis er schließlich 20.000 DM zusammen hatte und sich den Traum vom eigenen Auto mit den Doppelscheinwerfern erfüllen konnte.

Eine Corvette mit dem Spitznamen „Coke Bottle“

Noch nicht ganz so lange hat Ralf Cyriax seine knallgelbe, 300 PS starke, Chevrolet Corvette C3 aus dem Jahr 1970 in seinem Besitz. Er ist erst seit diesem Samstag stolzer Eigentümer des amerikanischen Oldtimers, der wegen seiner Form auch „Coke Bottle“ genannt wird. In der Stuttgarter Oldtimer-Szene ist Cyriax trotzdem schon länger zuhause, schließlich hat er noch vier Mercedes-Benz Oldtimer in der Garage stehen.

Erwartungsvoll sieht er deshalb der Reaktion seiner Bekannten entgegen: „Ich bin gespannt, was heute die anderen Mercedes-Benz-Freunde sagen, wenn ich mit einer anderen Fahrzeugmarke komme – aber ich hoffe einfach, dass das gelb alles überstrahlt“, sagt Cyriax und lacht. Verantwortlich für seine Begeisterung für die Fahrzeuge mit den H-Kennzeichen sei dabei vor allem das Fahrgefühl: „Es ist einfach entspannter, meine Arbeitskollegen sehen morgens schon an meinem Lächeln, ob ich mit der S-Bahn oder mit dem Auto zur Arbeit gekommen bin.“ Kein Wunder also, dass er nach der ersten Spritztour mit seiner Corvette am Sonntag mit der Sonne um die Wette strahlt.

Cars & Coffee findet bis zum 9. September jeden Sonntag vor dem Mercedes-Benz-Museum, Mercedesstraße 100, statt.

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