Foto: Michael Eppinger

Für die Aktion „Offene Gärten“ zeigen Privatpersonen wie auch Gärtnereien aus dem Kreis Esslingen ihre Gärten. Aufgrund der Coronapandemie ist der Start im Juni aber nicht sicher. Eine Alternative: Virtuelle Gartenspaziergänge.

Kreis Esslingen - Wie hat die Nachbarin ihren Garten angelegt, wie sieht eigentlich das Grundstück der Gärtnerei aus? Wer sich dafür interessiert, hat seit mittlerweile zwölf Jahren bei der Aktion „Offene Gärten in Esslingen und im Mittleren Neckarraum“ Gelegenheit, sich bei anderen umzuschauen. Immer Anfang Juni, wenn es überall blüht, haben Privatleute und Profis ihre Gartentore geöffnet, haben Besucherinnen und Besucher durch ihre grüne Oase geführt und den einen oder anderen Gärtnertrick verraten. Doch im vergangenen Jahr musste die Vor-Ort-Aktion aufgrund der Coronapandemie ausfallen, die Veranstalter konnten nur virtuelle Rundgänge anbieten. Ob die Gärten in diesem Sommer wieder öffnen können, steht noch nicht fest.

 

Ins Leben gerufen hat die Aktion einst Michael Eppinger aus Esslingen. Bei einer Veranstaltung in Münster habe er zum ersten Mal von der Aktion, die ursprünglich aus England komme, gehört und entschieden: „Das mache ich für Esslingen.“ Man gebe Einblick in seinen Garten und Erfahrungen an andere weiter. Die Gärtner sammeln außerdem Spenden für einen guten Zweck.

Privatpersonen zeigen Gärten

Für den Maschinenbauer Eppinger ist der Garten ein Hobby, aber ein zeitintensives: „Es ist wichtig, dass wir die Gartenkultur in aller Munde bringen.“ Dabei spielt der Nachhaltigkeitsaspekt eine Rolle. „Wie gehe ich mit dem mir zur Verfügung gestellten Boden um?“, fragt der 60-Jährige, der auch einen Biodünger entwickelt hat. Ein Naturgarten sei beispielsweise nicht automatisch ein „ungepflegter Garten“.

Der Großteil der Teilnehmenden der Aktion sind Privatpersonen. Sie wollen zeigen, was sie geschaffen haben und Rückmeldung dafür bekommen, erklärt Eppinger. Zu Beginn habe er die offenen Gärten alleine organisiert. Ratschläge zur Umsetzung holte er sich von einem Gärtner, der die Aktion in einer anderen Region bereits veranstaltet hatte. „In RSKN, in dem Bereich wo ich wohne, hat sich das dann herumgesprochen“, sagt Eppinger. Im ersten Jahr hätten rund zehn Personen ihre Gärten geöffnet. In der Folge wuchs die Resonanz. Mittlerweile gibt es einen Verein, der die Veranstaltung organisiert.

Webseite mit Garteninfos

Mit Broschüren und einer eigenen Webseite machen die Organisatoren auf die Aktion aufmerksam. Online gibt es Bilder und Informationen einiger Teilnehmenden zu sehen, darunter Gärten in Esslingen, Marbach, Stuttgart, Dettingen-Erms, Kirchheim unter Teck, Ostfildern, Vaihingen/Enz und Wendlingen. Neben einer Beschreibung des jeweiligen Gartens sind andere Daten auf der Webseite nachzulesen, zum Beispiel Informationen zur Größe und die Pflanzen, über dass Gärtnern allgemein und über die Natur. Auch Besonderheiten des jeweiligen Gartens sind vermerkt. Etwa ob der Hund angeleint werden muss oder ob der Rundgang barrierefrei ist. Gäste können einen Lageplan der offenen Gärten abrufen, Hobbygärtner erhalten Infos, wie sie sich anmelden können.

Die offenen Gärten waren in den vergangenen Jahren ein beliebtes Ziel für den Sonntagsspaziergang. Teilweise habe es Kaffee und Kuchen gegeben, erzählt Eppinger. Einige Gärten haben 50 Besucherinnen und Besucher angelockt, andere 500. Dann kam das Coronavirus, Vor-Ort-Besuche waren nicht möglich. Vergangenes Jahr haben einige Gartenbesitzer als Ersatz einen Videorundgang zur Verfügung gestellt. Und dieses Jahr? „Wir planen, wissen aber noch nicht, ob es stattfinden kann“, sagt Michael Eppinger.

ww.offenegaerten-esslingen.de