Der Dschungelkönig will mit dem Preisgeld eine neue Wohnung kaufen. Reporter Julian Meier überlegt augenzwinkernd: Könnte die Stadt Freiberg das nutzen, um für sich zu werben?
Es bleibt ein kurzes Vergnügen, das Freiberg am Neckar beschert war: Gil Ofarim, derzeit wohl bekanntester Bürger des 15.000-Einwohner-Städtchens im Kreis Ludwigsburg, will nach seinem Sieg im RTL-Dschungelcamp so schnell wie möglich wegziehen. Ein bitterer Rückschlag – ist Freiberg etwa nicht attraktiv genug?
Offiziell begründet das Ofarim damit, dass er wieder in die Nähe seiner beiden Kinder ziehen möchte. Der gebürtige Münchner hatte seine Heimatstadt nach dem Davidstern-Skandal verlassen müssen, weil ihm das nötige Kleingeld fehlte – als Musiker war er danach eher so mittelmäßig gefragt. Jetzt spielt Geld aber keine Rolle mehr – den zahlreichen Zuschauern sei Dank, die ihn fleißig auf den Dschungel-Thron gevotet haben. Seine Gage soll zwischen 200.000 und 300.000 Euro gelegen haben, für den Sieg gab es noch mal 100.000 Euro obendrauf.
Ofarims Fußspuren könnte Freiberg nutzen
Für Freiberg ist das allerdings eine Katastrophe. Endlich bot sich die Möglichkeit, aus dem Schatten der berühmten Nachbarstädte hervorzutreten und selbst ins Rampenlicht zu rücken. Die Barockstadt Ludwigsburg, die Schillerstadt Marbach – alles schön und gut. Aber eine Dschungelkönigstadt wäre dann doch einzigartig im ganzen Landkreis.
Doch noch ist die Hoffnung nicht verloren: Selbst wenn Ofarim bald in der bayerischen Landeshauptstadt mit Food-Influencer Markus Söder um Aufmerksamkeit konkurriert, kann Freiberg die Fußspuren, die er dort hinterlassen hat, marketingtechnisch nutzen.
Warum also nicht eine Statue von Gil Ofarim errichten? Oder sein Wohnhaus zum Gil-Ofarim-Museum umbauen? Schließlich hat auch Schiller nur vier Jahre in Marbach gewohnt, bevor er in die große weite Welt gezogen ist. Ob die Freiberger das allerdings mittragen würden oder stattdessen selbst die Flucht ergreifen, ist bislang nicht überliefert.