EU-Kommissar Günther Oettinger auf dem Weg in den Gerichssaal. Foto: dpa

Als Günther Oettinger noch Ministerpräsident von Baden-Württemberg war, plante er zusammen mit Christian Wulff den "Nord-Süd-Dialog". Nun war er beim Glaeseker-Prozess als Zeuge geladen.

Als Günther Oettinger noch Ministerpräsident von Baden-Württemberg war, plante er zusammen mit Christian Wulff den "Nord-Süd-Dialog". Nun war er beim Glaeseker-Prozess als Zeuge geladen.

Hannover - Baden-Württembergs früherer Regierungschef Günther Oettinger (CDU) hat das Beauftragen des Partymanagers Manfred Schmidt mit der Sponsorensuche für den Promitreff „Nord-Süd-Dialog“ verteidigt. „In Politik und Wirtschaft kannte ihn jeder“, sagte der heutige EU-Kommissar am Montag vor dem Landgericht Hannover. Oberstes Ziel sei die Finanzierung durch Sponsoren gewesen: „Es war von vornherein unser Ziel, die staatlichen Fördermittel gering zu halten oder ganz auszuschließen.“

Oettinger schilderte, das Treffen sei von ihm und dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) erdacht worden. „Wir haben den Gedanken entwickelt und Christian Wulff sagte dann: 'Wir starten zuerst'.“

Wulffs damaliger Sprecher Olaf Glaeseker soll dem mitangeklagten Schmidt bei der Sponsorensuche geholfen und im Gegenzug von diesem Gratis-Urlaube erhalten haben. Daher stehen jetzt beide vor Gericht. Glaeseker wird Bestechlichkeit vorgeworfen, Schmidt Bestechung.

Er habe sich alle zwei Wochen die Liste der Sponsoren geben lassen und gefragt, welches Unternehmen man noch ansprechen könne, berichtete Oettinger. Er machte klar, dass er die Veranstaltungsreihe zu einem Erfolg führen wollte. Ab und zu habe er auch Briefe geschrieben: „Ich hab werbend drauf hingewiesen, für mehr blieb kaum Zeit.“ Die Höhe von Schmidts Gewinn habe ihn nicht interessiert.

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