Nobles Ambiente, atemberaubende Aussicht: Das Ice Q in Sölden liegt an der Bergstation der Gaislachkoglbahn. Foto: Henrike Haas

In Sölden und im Pitztal laden zwei außergewöhnliche neue Lokalitäten dazu ein, die Rast deutlich auszudehnen. Ein Besuch in luftiger Höhe.

Sölden - Nobles Restaurant das eine, Café für Genießer das andere: Das Ice Q in Sölden und das Café 3440 im Pitztal interpretieren Entspannung in unterschiedlicher Weise. Und doch eint sie etwas: Mit ihrer Lage auf 3048 Metern (Ice Q) und 3440 Metern (Café 3440) stehen sie für Hoch-Genuss in Tirol. Ice Q in Sölden Gulaschsuppe oder Germknödel findet man nicht auf der Speisekarte im Ice Q.

Eher Kaviar oder Gambas, fein angerichtet. Gourmetküche auf 3000 Metern. Besteht für hochkarätige Kochkunst mitten im Skigebiet überhaupt Nachfrage? „Viele Winterurlauber sind bereit, für Genuss etwas mehr zu bezahlen“, sagt Walter Siegele, Geschäftsführer der Söldener Bergbahnen. Bis zu 15 000 Skifahrer und Boarder sind an Spitzentagen auf den Pisten unterwegs. „Wir haben im Ice Q Platz für etwa 140 Besucher und verstehen das Restaurant als Zusatzangebot, wenn der Gast ein spezielles Erlebnis sucht.“ Das Erlebnis beginnt bereits bei der Ankunft.

Gebaut wurde das Ice Q in Rekordzeit

Die komplett verglaste Außenfassade des Gebäudes leuchtet einem an schönen Tagen von weitem entgegen. In den Innenbereich muss man durch einen Tunnel - und wird von hellem Ambiente empfangen. Keine Spur von Hüttenromantik, dafür modernes, fast zeitloses Design. Keineswegs kühl. Der Einsatz von grobporigem Eichenholz als Bodenbelag, an der Decke oder im Treppenhaus macht den Glaskubus viel gemütlicher, als es von außen den Anschein hat. Gebaut wurde das Ice Q in Rekordzeit von Juni bis Dezember 2013. Als besonders knifflig erwies sich der Untergrund.

Der Boden in der Höhe ist permanent gefroren. Um die Natur zu schonen, entschieden die Planer, das Restaurant auf drei verstellbaren Fundamenten zu platzieren. „Alles ist hinterlüftet“, sagt Siegele, „und wird permanent überwacht.“ Genauso wurde es gemacht an der neuen Gaislachkoglbahn, die in wenigen Minuten auch Nicht-Skifahrer auf den Gipfel hievt. Das Ice Q ist ganzjährig geöffnet und soll so auch Gäste anlocken, die nichts mit Schnee am Hut haben - aber für leckere Speisen eine ungewöhnliche Anreise in Kauf nehmen. Café 3440 im Pitztal Was ist das denn? Wie ein soeben gelandetes Ufo oder eine überdimensionale Muschel wirkt das Café 3440, eröffnet Ende 2012. Der Name ist Programm. Auf 3440 Metern gelegen und platziert auf dem obersten Punkt des Pitztaler Gletschers ist es das höchste Café Österreichs.

„Wir haben hier Platz für etwa 120 Gäste“ sagt Marcus Herovitsch, Marketingleiter der Pitztaler Gletscher. Die neu gebaute Wildspitzbahn transportiert Skifahrer im Winter oder Bergsteiger im Sommer in sechs Minuten von der Talstation (auf 2800 Meter) hinauf zum Café. Oben angekommen bietet die frei schwebende Terrasse einen Nervenkitzel der besonderen Art. „Unter den Füßen geht es 300 Meter in die Tiefe“, sagt Herovitsch. Direkt hinter dem Café führt eine Stahltreppe zur Aussichtsplattform. Hochzusteigen kostet ein wenig Kraft, in fast 3500 Meter Höhe ist die Luft eben dünner - aber es lohnt sich.

Über einem der Himmel, ringsherum die schneebedeckten Alpengipfel. An klaren Tagen reicht der Blick bis nach Italien. Die Sellagruppe oder die Marmolata scheinen zum Greifen nah. Der Blick schweift zur Wildspitze, Tirols höchstem Berg mit 3774 Metern. In der Höhe zu arbeiten, ist eine Herausforderung. Man ermüdet schneller. Kellner und Köche müssen viel trinken - bis zu fünf Liter am Tag. Kaffee kochen ist eine Wissenschaft für sich: In 3440 Meter Höhe hat Wasser einen Siedepunkt von 90 Grad. Einen perfekten Espresso zu servieren, will gelernt sein.

So wird das Reisewetter

Infos zu Sölden und dem Pitztal

Anreise
Entweder über die A 7 und die A 96 bis Bregenz, weiter über die A 14 über Bludenz und den Arlbergtunnel bis ins Pitztal oder nach Sölden. Variante (nicht immer schneller): A 7 über Füssen, Reutte und den Fernpass bis Imst bzw. bis Abzweig Ötztal.

Unterkunft
Sölden: Das Hotel Bergland im Dorfzentrum ist sehr luxuriös und mit 1700 Quadratmeter großem Wellnessbereich ausgestattet. Juniorsuite mit HP ab 173 Euro, www.bergland-soelden.at

Preiswert und gut: Sportpension Rubin, Übernachtung mit Frühstück 47,50 Euro pro Person.

Trofana Appartements, 150 Euro für 4-Personen- Apartment, www.trofana-soelden.at.

Pitztal: Etwas für Genießer ist das Hotel Wildspitze, Wellness-Suite mit HP ab 114 Euro, www.hotel-wildspitze.com.

Preiswert und gut: Pension Dorfplatzl, HP ab 35 Euro pro Person, www.dorfplatzl-pitztal.at-web.cc .

Pension Anna, Übernachtung mit Frühstück ab 38,50 Euro, www.pension-pitztal.at.

Skifahren
Sölden bietet 144 Pistenkilometer. Spektakulär: Die 15-Kilometer-Abfahrt vom Gaislachkogl ins Dorf. Preise: 48 Euro für Erwachsene, 24 Euro für Kinder (pro Tag), ein Sechstagepass kostet 246 Euro bzw. 123 Euro.

Pitztal und das benachbarte Rifflseegebiet summieren sich auf 68 Pistenkilometer. Preise: 43 Euro für Erwachsene, 26 Euro für Kinder (pro Tag). Ein Sechstagepass kostet 209 Euro für Erwachsene und 125 Euro für Kinder.

Allgemeine Informationen
www.tirolgletscher.com; www.soelden.com; www.pitztal.com

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