Bei der Begehung in den Ludwigsburger Stadtteilen sind viele Fragen gestellt worden. Foto: ZV Stadtbahn Lucie

Die erste Runde der Bürgerbeteiligung für die Stadtbahn Lucie im Kreis Ludwigsburg ist abgeschlossen. Im Frühjahr 2024 soll eine neue Info-Runde starten.

Wie geht es mit der Stadtbahn Lucie weiter? Die Ingenieursplanung für das Streckennetz zwischen Schwieberdingen, Ludwigsburg und Pattonville im Kreis Ludwigsburg sind in vollem Gange. Nach sieben Trassenbegehungen zieht der Zweckverband der Bahn in seiner Verbandsversammlung ein Fazit. Nächster großer Meilenstein sei, die Kosten zu ermitteln und eine aktualisierte Nutzen-Kosten-Untersuchung zu ermöglichen. Das teilte der Zweckverband am Dienstag der Presse mit.

 

Bäume und Parkplätze sind im Fokus

Eine Machbarkeitsstudie der Firma Intraplan hatte die Kosten bisher auf 250 Millionen Euro geschätzt und einen Nutzen-Kosten-Wert von 1,48 für Lucie genannt. Zwischen Markgröningen und Ludwigsburg sollen pro Tag rund 9000 Fahrgäste mitfahren – das gesamten Stadtbahnnetz spare jährlich 29,8 Millionen Pkw-Kilometer, hieß es bisher. Zwischenzeitlich hatten sich auch für die Neuplanung des Ludwigsburger Omnibusbahnhofs höhere Kosten ergeben.

Der Zweckverband sammelte bei den Trassenbegehungen von 11. März bis 13. Oktober Wünsche und Bedenken. „Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen den Wünschen der Bürgerschaft und einer möglichst störungsfreien Route für die Stadtbahn zu finden“, sagt der Zweckverbandsvorsitzende Landrat Dietmar Allgaier.

Freischnitt an Markgröninger Trasse

Nächster Meilenstein ist die Nutzen-Kosten-Untersuchung: „Nur wenn der volkswirtschaftliche Nutzen höher ist als die Bau- und Betriebskosten, ist das Projekt wirtschaftlich sinnvoll“, sagt Frank von Meißner, Geschäftsführer des Zweckverbandes. Dann erhalte man Investitionskostenzuschüsse von 90 Prozent für die Markgröninger Bahn und von 75 Prozent für die Stadtbahn-Abschnitte plus einer weiteren Landesfinanzierung.

Um mit der Vorplanung für die Reaktivierung der Markgröninger Trasse als Teil des Ludwigsburger Stadtbahnsystems beginnen zu können, müsse die Bestandsstrecke vermessen werden. Die im Jahr 2005 stillgelegte Strecke sei daher punktuell behutsam von Gestrüpp freigeschnitten worden.