Der verwaiste Busbahnhof am frühen Dienstagmorgen Foto: factum/Bach

Die Busse der Ludwigsburger Verkehrslinien blieben am Dienstag im Depot. Das ganz große Chaos blieb aber aus.

Ludwigsburg - Am Dienstag sind in Ludwigsburg die Busse im Depot geblieben. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Fahrer zum Streik aufgerufen. Das ganz große Chaos blieb indes aus. Zumindest an den Schulen herrschte offenbar Normalbetrieb: „Eltern und Schüler waren rechtzeitig informiert worden, darum hat das gut geklappt“, sagte Wolfgang Medinger vom Goethe-Gymnasium. Die Omnibusfahrer fühlen sich unterbezahlt, sie fordern 5,8 Prozent mehr Lohn.

Schlecht bezahlte Schichtarbeit

„Wir haben genug. So geht es nicht weiter“, rief der Verdi-Fachbereichsleiter Andreas Schackert den etwa 300 Streikenden während einer Kundgebung am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) zu. Zuvor waren die Busfahrer mit Transparenten und Trillerpfeifen durch Ludwigsburg marschiert. Von dem Streik waren auch Marbach, Kornwestheim, Remseck und Asperg betroffen. Gleichzeitig mit den Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL) sind am Dienstag auch Betriebe in den Kreisen Heilbronn, Reutlingen, Schwäbisch Hall, Böblingen und Ostalb bestreikt worden.

Insgesamt fehlten in Baden-Württemberg etwa 800 Busfahrer, dieses Manko werde auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen, sagte Schackert. Zur familienfeindlichen Schichtarbeit komme eine schlechte Bezahlung: „Wir möchten, dass die Auszubildenden in die Tarifverträge mit aufgenommen werden, und wir möchten den Lohn, der uns zusteht“, sagte der Gewerkschafter. „Busfahrer tragen eine große Verantwortung, die muss auch ordentlich bezahlt werden.“

Verdi droht mit Ausweitung der Streiks

Nach ersten Busfahrerstreiks in Göppingen und Geislingen in der vergangenen Woche hatte Verdi eine Ausweitung der Ausstände angekündigt. Die Elternbeiräte der Schulen in Ludwigsburg und den angrenzenden Kommunen hatten daraufhin Eltern und Schüler informiert. „Darum konnten wir diesen Streiktag ganz gut bewältigen“, sagte Medinger. „Es sind deutlich mehr Schüler mit dem Elterntaxi oder per Fahrrad zur Schule gekommen“, so der Leiter des Goethe-Gymnasiums. Am frühen Morgen sei es zwar empfindlich kalt gewesen, aber wenigstens sonnig.

Ob es in den nächsten Wochen weitere Busfahrerstreiks geben wird, hängt von den Tarifverhandlungen ab, die am Donnerstag fortgesetzt werden. „Wir erwarten, dass uns die Arbeitgeber am 7. Februar endlich ein Angebot auf den Tisch legen, das wir ernst nehmen können“, sagte Schackert.

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