Filderstadt ist eine von mehr als 40 Kommunen im VVS-Gebiet, die ein vergünstigtes Stadtticket anbieten. 19.000 Stück wurden 2025 verkauft, das sind weniger als zuvor.
Das Filderstadtticket feiert Geburtstag. Die vergünstige Tagesfahrkarte, mit der entweder Einzelpersonen oder auch Gruppen sich zu beliebig vielen Fahrten innerhalb des Stadtgebiets aufmachen können, besteht seit fünf Jahren. Am 1. Januar 2020 war sie eingeführt worden. Und obwohl die Verkaufszahlen in der Tendenz zuletzt gesunken sind, ist man bei der Stadtverwaltung zufrieden und spricht von „großer Beliebtheit“.
Im ersten Jahr wurden laut der Stadtverwaltung rund 10 000 Einzeltickets verkauft, im Spitzenjahr 2023 waren es mehr als 33 000 gewesen. Nach diesem Hoch gingen die Zahlen jedoch wieder runter. 2024 wurden monatlich im Durchschnitt 2090 Einzel- und 58 Gruppenkarten gelöst, das ergibt in Summe etwa 25 000 Einzelfahrscheine. Im vergangenen Jahr zählte man nur rund 19 000 Filderstadttickets für Einzelpersonen. In der Verwaltung ist man trotzdem zufrieden. „Wir haben hier noch eine gute Zahl“, sagt Jan-Stefan Blessing, der Ordnungsamtsleiter.
Filderstadtticket: Die Karte hatte es nie leicht
Tatsächlich hatte es das Ticket nie leicht. Erst hat Corona die Fahrgastzahlen gedrückt, dann gab es Konkurrenz durchs Neun-Euro- und später durchs Deutschlandticket. Gleichwohl sagt Jan-Stefan Blessing: Das Filderstadtticket richtet sich an eine andere Klientel, „das ist das Angebot der Gelegenheitsfahrer“. Aktuell kostet die Einzeltageskarte vier Euro, Gruppen mit bis fünf Personen zahlen acht Euro. „Spätestens bei der dritten Person rechnet sich das massiv“, sagt er. Angeboten werden können die Tickets zu diesen Preisen, weil die Stadt sie subventioniert und den Abmangel, der dem VVS entsteht, übernimmt. 2025 unterstützte die Stadt das Angebot mit rund 46 000 Euro.
Auch wenn die Fahrgastzahlen leicht sinken, steht das Filderstadtticket nicht zur Debatte. „Wir halten daran fest“, sagt Jan-Stefan Blessing für die Verwaltung, und auch der Gemeinderat hatte in der Vergangenheit mehrfach seinen Zuspruch signalisiert. Die Vorteile des Tickets liegen für die Verwaltung auf der Hand. Die Fahrkarte trage dazu bei, den ÖPNV attraktiv, günstig und einfach nutzbar zu gestalten – als Alternative zum Auto. „Damit leistet Filderstadt einen aktiven Beitrag zum lokalen Klimaschutz“, teilt die Verwaltung mit.
Ein Ticket für die gesamte Stadt: Dieses Prinzip kommt auch anderswo gut an. Laut der Stadtverwaltung Filderstadt bieten mehr als 40 Kommunen im VVS-Gebiet ein eigenes Stadtticket an. Ostfildern gehört beispielsweise dazu, Kirchheim ebenfalls, und auch Esslingen hat zum 1. September 2025 das einst aus Spargründen abgeschaffte Stadtticket wieder eingeführt. In Leinfelden-Echterdingen wiederum läuft das Angebot Ende dieses Jahres aus. Die Wirkung sei zu gering, anhand der Verkaufszahlen lasse sich ohne eine Wirkungsanalyse kein Effekt in Bezug auf den Umstieg vom Individualverkehr auf den ÖPNV belegen.