Kurioses Detail: Die Unbekannte hinterließ einen Mistelzweig im Fußraum des Wagens (Symbolbild). Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Eine 77-jährige Autofahrerin wollte in Oberstenfeld einer vermeintlich hilflosen Frau helfen. Plötzlich saß die Unbekannte jedoch auf dem Rücksitz, schlug zu - und ließ einen Mistelzweig zurück.

Ein äußerst heimtückischer Fall beschäftigt die Polizei derzeit in Oberstenfeld: Eine 77-Jährige wurde dort am Samstag von einer Unbekannten in ihrem eigenen Auto erpresst, geschlagen und gezwungen, zur Bank zu fahren. Ein kurioses Detail: Die Täterin ließ einen Mistelzweig im Fahrzeug zurück.

 

Die Seniorin wollte der Frau helfen

Laut der Polizei war die Seniorin gegen 15.30 Uhr die Großbottwarer Straße entlanggefahren, als ihr eine auf dem Gehweg liegende Frau auffiel. Da sie annahm, dass sich die Unbekannte in einer Notlage befand, hielt die 77-Jährige an und stieg aus ihrem Wagen aus. Daraufhin sprang die liegende Frau plötzlich auf und stieg in das Auto der Seniorin, wo sie auf dem Rücksitz Platz nahm.

Die 77-Jährige stieg nun ebenfalls wieder ins Auto und wurde sogleich von der Unbekannten unter Androhung von Gewalt dazu erpresst, ihr 10 Euro in bar zu geben. Zudem soll die Täterin der Frau gegen den Kopf geschlagen haben – und besagten Mistelzweig in den Fußraum geworfen haben. Die 77-Jährige fuhr daraufhin zu einer Bankfiliale, um das Geld abzuheben, und anschließend zur Edeka-Filiale in der Lichtenberger Straße. Dort stieg die Unbekannte aus und die Wege der beiden trennten sich wieder.

Mistelzweig-Verkäufer erhalten Platzverweis

Bei der Unbekannten soll es sich um eine 25 bis 30 Jahre alte, 1,65 bis 1,70 Meter große Frau gehandelt haben. Sie soll dunkelbraunes Haar haben, das sie zur Tatzeit zu einem Zopf zusammengebunden trug. Bekleidet war die Frau mit einem schwarzen Kapuzenpullover sowie einer schwarzen Jeans und schwarzen Schuhen mit weißem Absatz. Die Kriminalpolizei ist unter 0800/1100225 oder hinweise.kripo.ludwigsburg@polizei.bwl.de erreichbar.

Wie die Polizei mitteilt, waren am selben Tag in Oberstenfeld auch zwei Männer aufgefallen, die gegen 12.45 Uhr in der Schillerstraße an Haustüren geklingelt und Mistelzweige zum Verkauf angeboten haben sollen. Die beiden Männer erhielten nach einer Kontrolle einen Platzverweis. Aktuell laufen die Ermittlungen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Fällen gibt.