Daniel Rapp möchte in seiner zweiten Amtszeit in Ravensburg das Thema Wohnungsbau angehen. Foto: Stadt Ravensburg

Die Wiederwahl des CDU-Oberbürgermeisters am 11. März ist so gut wie sicher. Mit 45 Jahren strebt Daniel Rapp nun seiner zweiten Amtszeit entgegen. Seine einzige herausforderin ist die Dauerkandidatin Fridi Miller aus Sindelfingen.

Ravensburg - Die große Zitterpartie des CDU-Politikers Daniel Rapp liegt acht Jahre zurück. Damals hatte sich der Bürgermeister von Sigmaringen als Rathauschef im nahen Ravensburg beworben, sein Gegner war Oswald Metzger, der da längst die Grünen verlassen und erfolglos versucht hatte, erst CDU-Landtagsabgeordneter von Biberach, danach des Bodenseekreises zu werden. Mit knapp 60 Prozent kam Rapp am Ende über die Ziellinie.

Mit gerade 45 Jahren strebt Rapp nun seiner zweiten Amtszeit entgegen, am Sonntag wird gewählt. Diesmal werden ihm bange Momente erspart bleiben. Im Gemeinderat, wo hinter der CDU mit Sicherheitsabstand die Grünen stärkste Kraft sind, hat keine Fraktion die Energie aufgebracht, einen Gegenkandidaten aufzustellen, was etwa der SPD-Ortsverein damit begründet, Rapps Amtsführung scheine „immerhin von größeren Mängeln frei zu sein“. Rapps einzige Herausforderin ist die Dauerkandidatin Fridi Miller aus Sindelfingen. Die Stadt Ravensburg, die 2016 die Einwohnermarke von 50 000 übersprang, gehört zu den oberschwäbischen Mittelstädten, die seit Jahren prosperieren. Der frisch verabschiedete Haushalt hat ein Volumen von 210 Millionen Euro, die Gewerbesteuereinnahmen bis Ende des Jahres werden auf knapp 50 Millionen Euro taxiert. Das sei mehr als das größere Friedrichshafen hat, freute sich jüngst OB Rapp.

Rapp nimmt auch mal konträre Standpunkte ein

Er verkörpert den Typus des modernen Kommunalpolitikers, kümmert sich stark um das Thema Digitalisierung und nimmt innerhalb des mächtigen CDU-Bezirksverbandes Württemberg-Hohenzollern auch konträre Standpunkte ein. So stellte sich Rapp in der Flüchtlingsfrage 2015 hinter Angela Merkel und ihr Motto „Wir schaffen das“. Bis heute steht er dazu.

Wenn die Ravensburger etwas quält, dann sind es vor allem die Folgen des Wachstums, das nicht aufhören will. Das betrifft zum Beispiel den Verkehr – die Stadt zählt aktuell täglich rund 30 000 Einpendler. Sehnlich wird die Eröffnung der B 30-Umfahrung Richtung Bodensee erwartet. Und auch Fragen des Wohnungsbaus, ausgelöst durch den Bevölkerungszuwachs, drücken. Rapp will in seiner zweiten Amtszeit eine Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft gründen, nicht zuletzt, um beim Thema Sozialwohnungsbau eine Hand ans Steuer zu bekommen.

Einflussreiche Ravensburger sind ihrerseits damit beschäftigt, die Bedeutung des Rutenfestes zu internationalisieren. In diesem Herbst will sich die vielköpfige, mächtige Festkommission um Aufnahme in die Unesco-Liste der weltweiten immateriellen Kulturgüter bewerben. Solche Sorgen möchten andere haben.

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