Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker (links) begrüßt beim Neujahrsempfang zuerst die Gäste, dann gibt sie ihre erneute Kandidatur bekannt. Ihre Amtszeit läuft im Oktober aus. Foto: Claudia Barner

Filderstadts Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker strebt eine zweite Amtszeit an. Beim Neujahrsempfang der Stadt am Sonntag hat sie ihre Kandidatur bekannt gegeben. Der CDU-Fraktionschef Christoph Traub schließt eigene Ambitionen auf den Posten nicht aus.

Filderstadt - Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker hat das Geheimnis gelüftet: Die Rathauschefin der Stadt Filderstadt tritt bei der OB-Wahl im Sommer 2015 noch einmal an und hofft auf eine zweite Amtsperiode. „Wir haben vieles erreicht, vieles angestoßen und es muss noch vieles erledigt werden. Deshalb bin ich gern bereit, mich für diese Herausforderung zur Verfügung zu stellen“, verkündete die 55-Jährige am Sonntag vor rund 400 Gästen beim Neujahrsempfang der Stadt in der Filharmonie.

Mit der Entscheidung der Oberbürgermeisterin kommt das Kandidatenkarussell in Schwung. Freie Wähler, CDU und FDP hatten bereits Anfang Dezember verkündet, dass sie einem Wechsel an der Rathausspitze nicht abgeneigt wären und deshalb eigene Bewerber ins Rennen schicken wollen. Seitdem wird eifrig spekuliert. Immer wieder fiel in diesem Zusammenhang auch der Name des Filderstädter Stadtrats und CDU-Fraktionsvorsitzenden Christoph Traub, der sich im Rahmen des Neujahrempfangs erstmals öffentlich zu den Gerüchten äußerte.

CDU-Fraktionschef dementiert nicht

Um es vorweg zu nehmen: ein Dementi sieht anders aus. „Ich habe von den Spekulationen gehört. Es ist interessant, dass man mir das zutraut“, sagte der 43-jährige Rechtsanwalt im Gespräch mit unserer Zeitung. Grundsätzlich empfinde er die Funktion eines Oberbürgermeisters, insbesondere in Filderstadt, als interessante Aufgabe und sagt: „Bei den vielen wichtigen Themen, die hier anstehen, würde ich es für verfehlt halten, das kategorisch auszuschließen.“ Der CDU-Fraktionschef bleibt damit als möglicher Gegenkandidat im Gespräch, auch wenn er betont: „Es ist noch nichts besprochen. Weder mit der Familie, noch in der Fraktion oder im Stadtverband.“

In diesem Punkt ist Dönig-Poppensieker schon weiter. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie die Entscheidung gefällt: „Wir sind uns einig. Filderstadt ist eine tolle Stadt zum Wohlfühlen. Es macht Spaß, mit den Bürgerinnen und Bürgern zu reden und zu arbeiten. Das hat letztlich für mich den Ausschlag geben, noch einmal anzutreten.“ Von der Tatsache, dass ihr im bürgerlichen Lager die Unterstützung fehlt und sich auch die SPD in Zurückhaltung übt, seitdem sie vor zwei Jahren ihr Parteibuch zurückgegeben hat, lässt sich die Amtsinhaberin nicht entmutigen: „Gegenkandidaten sind in einer Demokratie normal. Ich sehe das gelassen und mache meine Arbeit weiter wie bisher auch.“

Das Buhlen um die Gunst der Wähler hat begonnen

Als offiziellen Auftakt zu ihrem Wahlkampf wollte die Oberbürgermeisterin das Bekenntnis auf dem Neujahrsempfang nicht verstanden wissen: „Jetzt lassen wir die Dinge auf uns zukommen. Der Gemeinderat legt erst im März den genauen Termin für die OB-Wahl fest.“ Wer gestern jedoch bei ihrer 45-minütigen Ansprache genau hingehört hat, konnte durchaus den Eindruck gewinnen, dass der Wettstreit um die Gunst der Wähler bereits begonnen hat. Gabriele Dönig-Poppensieker schlug den großen Bogen über alle aktuellen kommunalpolitischen Themen, wurde nicht müde, das Gemeinschaftsgefühl zu beschwören und zeichnete das Bild von einer selbstbewussten Stadt, die für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet ist.

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