Die heiße Phase im Rennen um den Oberbürgermeisterposten von Leinfelden-Echterdingen hat begonnen. Foto: N

Die Wahlprogramm-Broschüre von OB-Kandidat Otto Ruppaner ist fast quadratisch. Er hat sie auf eine besondere Weise entwickelt.

Es ist nicht zu übersehen: Die heiße Phase des Oberbürgermeister-Wahlkampfes hat begonnen. Es gibt kaum noch eine Straße in Leinfelden-Echterdingen an der keine Plakate hängen. Die Helferinnen und Helfer von David Armbruster, von Otto Ruppaner und von Birgit Mertens waren besonders fleißig. Aber auch das Konterfei von Raiko Grieb lächelt einem immer wieder entgegen. Allein Peter Stahl und Martin Weiß scheinen noch nicht zum Plakatieren gekommen zu sein. Alle sechs Bewerber werden sich an diesem Montag bei einer Vorstellungsrunde der Stadt in der Filderhalle präsentieren. Die Bewerber und die Bewerberin erhalten je 15 Minuten Redezeit.

 

Eine Pinnwand als Hilfe

Bis zur Wahl am 3. Dezember werden die Haushalte in Leinfelden-Echterdingen auch noch reichlich Infopost von der Kandidatin und den Kandidaten erhalten. Das Wahlprogramm von Grünen-Stadtrat David Armbruster wurde schon verteilt. Dieser Tage wird die fast quadratische Broschüre von Otto Ruppaner in den Briefkästen zu finden sein. Der Mann ist seit knapp zehn Jahren Bürgermeister in Köngen und präsentiert nun seinen 10-Punkte-Plan für Leinfelden-Echterdingen. In den vergangenen Wochen hat der 40-Jährige viel mit Bürgern in Leinfelden-Echterdingen gesprochen. Bei diesen Treffen hatte er oft eine Pinnwand mit dabei. Auf der konnten alle, die wollten, mitteilen, was ihnen gut an der Stadt gefällt, was ihnen missfällt und auch Anregungen loswerden. Der zweifache Familienvater hat daraus „eine Richtschnur“, wie er sagt, entwickelt. Ziele, die er als künftiger Oberbürgermeister gerne umsetzen würde.

Ganz oben steht für den Parteilosen, der von den Freien Wählern unterstützt wird, ein starker Wirtschaftsstandort. „Den Einzelhandel zu stärken, wird eine der Kernaufgaben der kommenden Jahre sein“, sagt er. Zudem müsse der Durchgangsverkehr, der die Menschen stark belaste, deutlich reduziert werden. Es müsse eine sichere und gute Radwegeinfrastruktur aufgebaut werden. In Sachen Sport gelte es, die Hallenkapazitäten an das Wachstum der Stadt anzupassen.

Dem Fachkräftemangel begegnen

Viele Menschen treibe das Thema Migration um. „Das ist eine staatliche Pflichtaufgabe. Man kann aber auch an die Belastungsgrenze kommen.“ Um die Zuwanderer bestmöglich zu integrieren, sei ein guter Dialog mit allen Beteiligten wichtig. Familien brenne die Betreuungssituation auf den Nägeln. Mehr als 260 Familien warten auf einen Kitaplatz, die Betreuungszeit in den Kitas sei eingeschränkt. Personal zu gewinnen und zu binden, sei wichtig um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Hier wolle er ähnlich vorgehen wie bereits in Köngen: „Wir sind in der glücklichen Situation, keine Wartelisten zu haben“, sagt er. Wenn neue Baugebiete entwickelt werden, sei klar, dass dann auch eine Kita gebaut werde. Es gibt dort Springerkräfte, ein Qualitätsmanagement und einen leicht erhöhten Personalschlüssel.