Foto: Peter-Michael Petsch

Helfertrupps der Kandidaten kleben seit Samstagmorgen – Turner: Zunächst knapp 2100 Plakate vorgesehen.

Stuttgart - Die Plakatschlacht um den Stuttgarter OB-Sessel ist eröffnet. Das Amt für öffentliche Ordnung der Stadt hat das Feld freigegeben. Seit diesem Samstag dürfen die bisher 17 Kandidatinnen und Kandidaten sowie die Parteien und Unterstützergruppen die Wahlplakate aufhängen.

Allein schon die großen Parteien wollen Zug um Zug rund 8500 Poster im Format A0 aufhängen und 180 Großflächenplakate, die 16-mal größer sind. Die Grünen um ihren Kandidaten Fritz Kuhn hatten mindestens 4000 herkömmliche Plakate und 40 Großplakate angekündigt, die SPD um die parteilose Bewerberin Bettina Wilhelm sprach von etwa 2500 Plakaten im Format A0 und 50 Großflächenplakaten. Am Freitag kündigte schließlich Sebastian Turner an, dass man „in einer ersten Phase rund 2000 kleine Plakate“ mit seinem Kopf und dann auch noch rund 90 Großflächenplakate entlang von Straßen und auf Plätzen anbringen wolle.

Turner: Keine Retusche

Mit den Kopfplakaten wolle man seine Person bekannter machen, sagte der parteilose Kandidat von CDU, FDP und Freien Wählern. Fotografiert hat ihn Deniz Saylan, Schwiegersohn von Alt-OB Manfred Rommel. Retuschiert sei an den Fotos nichts, sagte Turner, „was man sieht, kriegt man“. Für ihn sei es ein neues Erlebnis, sein Gesicht auf Plakaten zu sehen. Daneben gebe es noch Themenplakate ohne seinen Kopf, aber mit der Brezel, deren Ärmchen sich die Hände reichen. Sie lässt Turner als Wiedererkennungsfaktor und Transporteur seiner Botschaft auf allen Werbemitteln einsetzen. Die Botschaft: mehr „Miteinander“. Zudem setzt er weiter auf den Slogan „Ein Bürger für Stuttgart“. Für eines der Plakatmotive nimmt er auch Rommel in Anspruch. „Für Rommel’sche Weltoffenheit“, heißt es da.

Den Streit um Stuttgart 21 zu überwinden und Stuttgart zur Bildungshauptstadt zu machen , nannte Turner als zwei wesentliche Ziele. Die Wirtschaft werde ebenfalls ein großes Thema sein. Turners „Wirtschaftskompetenz“ sei auch etwas, was die FDP an dem gemeinsamen Kandidaten schätze, sagte der FDP-Kreisvorsitzende Armin Serwani – obwohl IHK-Präsident Herbert Müller jüngst von allen Kandidaten mehr Aufmerksamkeit für die Bedeutung und Bedürfnisse der Wirtschaft eingefordert hatte.

Gesamtetat von 400 000 Euro für alle Sach- und Personalausgaben

Nach Serwanis Auskunft hat die FDP an den Wahlkampfverein „Bürger-OB Sebastian Turner für Stuttgart“ bisher 10 000 Euro überwiesen, wovon 8350 Euro Spenden von FDP-Unterstützern seien, der Rest komme aus Mitgliederbeiträgen. Anfang September überweise man möglicherweise noch einmal 5000 Euro. Die Freien Wähler, sagte deren Kreisvorsitzender Peter Aichinger, hätten bisher „noch null Euro überwiesen“. Es seien aber jüngst 1230 Euro an Spenden eingegangen.

Turner und sein Wahlkampfleiter Stefan Kaufmann, der CDU-Kreisvorsitzende, planen „mit einem Gesamtetat“ von 400 000 Euro für alle Sach- und Personalausgaben – auch für Turners Sprecher Stephan Schorn. Er reduzierte im August seine Arbeit als Sprecher des Sparkassenverbands um 20 Prozent und ist von Anfang September an für sieben Wochen „unbezahlt freigestellt“. Teilweise werde das vom Verein aufgefangen, sagte Schorn.

Turner ging darauf im Zusammenhang mit der Werbefläche ein, die ihm ein Unternehmen spendiert hatte. Er und sein Team müssten sich „sicherlich den Schuh anziehen“, dass man schneller mit Aufklärung hätte reagieren müssen, sagte Turner. Das wolle man künftig besser machen. Die Medienberichte darüber und über die Anmietung seines Wahlkampfbüros würden aber als „Sturm im Wasserglas“ betrachtet. Mit Folgen für das Wahlergebnis rechne er nicht.

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