Die Landesgartenschau, die 2020 in Überlingen stattfinden soll, ist eine der wichtigsten Baustellen in der Stadt. Ist der neue OB da wirklich unvoreingenommen? Foto: Laga 2020

„Wir kommen“, hat der neue Überlinger OB Jan Zeitler nach seinem überzeugenden Wahlsieg ausgerufen. Denn auch seine Frau kommt an den Bodensee – als Geschäftsführer der Landesgartenschau. Das ist schon eine heikle Angelegenheit, findet unser Redakteur Eberhard Wein.

Überlingen - Ihr Ergebnis im ersten Wahlgang war bitter. Der zweite Wahlgang endet für die abgewählte Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker mit einer weiteren Erniedrigung. Wären die Vorgaben der Versorgungskasse andere, hätte sie sich dies wohl erspart. Doch nur wer antritt, hat den sofortigen Pensionsanspruch.

Jan Zeitler konnte so seinen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang locker ins Ziel bringen. Dabei war seine Kampagne ins Stottern geraten, nachdem bekannt geworden war, dass die Gartenschaufördergesellschaft BW-Grün ausgerechnet seine Ehefrau zur Co-Geschäftsführerin der Landesgartenschau (Laga) 2020 in Überlingen bestellen will. Kraft Amtes ist der OB Laga-Aufsichtsratschef und Zeitler somit oberster Kontrolleur seiner Frau. Sollte man daran Anstoß nehmen, könne er auf den Aufsichtsratsposten verzichten, bot Zeitler im Wahlkampf ab. Daran führt nun kein Weg vorbei. Schließlich sind Konflikte zwischen einer Laga-Gesellschaft und der gastgebenden Stadt wegen Zeitverzögerungen oder Budgetüberschreitungen eher die Regel. Da soll niemand meinen, dies würde am Zeitler’schen Küchentisch verhandelt. Auch so bleibt die familiäre Nähe zwischen OB und Laga-Geschäftsführung heikel.

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