In den Wahllokalen der Bezirke wird diesmal auch die Briefwahl ausgezählt. Deshalb braucht man mehr Helfer. Foto: dpa/Marijan Murat

Wegen der Pandemie-Auflagen braucht es bei der OB-Wahl in Stuttgart am 8. November mehr ehrenamtliche Helfer als sonst. Die Krux: Viele bewährte Kräfte gehören zur Risikogruppe. Ein Stimmungsbild aus den Bezirksämtern auf den Fildern.

Stuttgart/Filder - Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Wahl des Stuttgarter Oberbürgermeisters aus. Am 12. Oktober, 18 Uhr, endet die Bewerbungsfrist, gewählt wird am 8. November. Die Daten stehen also fest, aber die ehrenamtlichen Wahlhelfer sind noch Mangelware. Weil ältere Menschen zur Risikogruppe gehören, wird ihnen nahegelegt, sich nicht als Wahlhelfer zur Verfügung zu stellen. Damit bricht die Gruppe jener weg, die Jahre lang als Wahlhelfer Erfahrungen gesammelt haben. Deshalb suchen auch die Stuttgarter Fildervororte immer noch dringend nach Wahlhelfern.

Wahlhelfer sollen auch auf Abstandsregel hinweisen

„Wir haben zurzeit noch eine Lücke von 50 Wahlhelfern für die 42 Wahllokale in unserem Stadtbezirk“, sagt der stellvertretende Vaihinger Bezirksvorsteher Colyn Heinze. Man brauche mehr Helfer als bisher, weil die Briefwahl nicht mehr wie früher zentral, sondern dezentral in den einzelnen Stadtbezirken ausgewertet werden solle. Außerdem rechne man damit, dass sich die Corona-Lage nicht bessere und man Leute brauche, die die Wähler auf die nötigen Sicherheitsabstände hinweisen. „Damit bräuchten wir insgesamt 252 Wahlhelfer“, sagt Colyn Heinze.

Bereits in der vergangenen Sitzung des Vaihinger Bezirksbeirats hatte der Bezirksvorsteher Kai Jehle-Mungenast die Bezirksbeiräte ermuntert, als Wahlhelfer zu fungieren. Offenbar hatte er Erfolg. „Die Bezirksbeiräte sind bereits vielfältig in ihrem Ehrenamt für den Stadtbezirk tätig“, sagt Colyn Heinze. „Eine Pflicht, bei den Wahlen zu helfen, gibt es für sie nicht. Wir freuen uns deshalb besonders, dass sich einige von ihnen zusätzlich als Wahlhelfer zur Verfügung stellen.“

Die OB-Wahl ist einfacher zu bewerkstelligen als die Kommunalwahl

Relativ entspannt gibt sich die Möhringer Bezirksvorsteherin Evelyn Weis: „Die Rückläufe sind sehr positiv, viel besser als erwartet. Wir haben aber immer noch Bedarf.“ Die Gruppe der erfahrenen Wahlhelfer sei weggebrochen. Glücklicherweise sei die Auszählung bei der OB-Wahl einfacher als bei der Landtags- oder Bundestagswahl und vor allem weit einfacher als bei der Kommunalwahl, bei der kumuliert und panaschiert werde.

Normalerweise brauche man in Möhringen 160 Wahlhelfer. Diesmal seien es 180, „denn wir brauchen Leute, die darauf achten, dass die Mindestabstände eingehalten werden“. Evelyn Weis ist zwar zuversichtlich, die angestrebte Helferzahl zu erreichen, dennoch appelliert sie an die Hilfsbereitschaft der Bürger. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch mehr Wahlhelfer zur Verfügung stellen würden“, erklärt die Möhringer Bezirksvorsteherin.

In Stuttgart-Plieningen entsteht ein Engpass

Schwierig gestaltet sich die Suche in Plieningen und Birkach. „Wir tun uns schwer, es tröpfelt, und es schleppt sich so dahin“, sagt Sybille Bäuerle vom Bezirksamt. „Uns sind 20 Personen weggefallen, die zur Risikogruppe gehören. Das ist viel.“ Insgesamt brauche man mindestens 120 Wahlhelfer, darin sei das Aufsichtspersonal enthalten: „Das ist die Minimalbesetzung. Wir bitten die Bürger deshalb, sich als Helfer zur Verfügung zu stellen.“

Recht zufrieden mit der Bewerberzahl ist man im Stadtbezirk Degerloch. „Wir sind zwar noch auf der Suche, aber wir erwarten keine Schwierigkeiten“, sagt Hilal Tatar vom Bezirksamt. Einschließlich der Briefwahlhelfer brauche man im gesamten Bezirk 108 Helfer. „Es fehlen uns nicht mehr viele“, sagt Hilal Tatar.

Wie man Wahlhelfer werden kann

Voraussetzungen: Wer Wahlhelfer für die OB-Wahl werden will, muss mindestens 18 Jahre alt und wegen der Corona-Pandemie sicherheitshalber jünger als 70 Jahre alt sein. Man kann sich über ein Onlineformular unter www.stuttgart.de/service/wahlen/wahlhelfer registrieren lassen.

Kontakt: Außerdem können sich angehende Wahlhelfer per Telefonanruf oder E-Mail bei den Bezirksämtern der Stadt Stuttgart eintragen lassen. Die Mitarbeiter dort stehen auch für Auskünfte zur Verfügung. Die Kontaktdaten für die Filderbezirke sind wie folgt: Vaihingen: Telefon 0711/216-57284, Mail bezirksamt.vaihingen@stuttgart.de; Möhringen: Telefon 0711/216-60922, Mail bezirksamt.moehringen@stuttgart.de; Birkach/Plieningen: Telefon 0711/21660871, Mail bezirksamt.plieningen-birkach@stuttgart.de; Degerloch: Telefon: 0711/216-60920, Mail bezirksamt.degerloch@stuttgart.de.

Aktuelle Meldungen, wissenswerte Hintergründe und nützliche Tipps – in unserem Dossier bündeln wir alle Artikel zu Corona.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: