Überraschend weit setzt sich CDU-Kandidat Frank Nopper im ersten Wahlgang Richtung Stuttgarter Rathaus ab. Angezählt gehen die Grünen in die zweite Etappe, meint StN-Chefredakteur Christoph Reisinger.
Stuttgart - Alle Achtung: CDU-Kandidat Frank Nopper hat in der Oberbürgermeister-Wahl für überraschend klare Verhältnisse gesorgt. Und das im – man denke an die Gemeinderatswahl 2019 oder die Landtagswahl 2016 – tiefgrünen Stuttgart. Für seine Partei ist das nach all den Schlappen in Großstädten ein Hoffnungsschimmer: Die CDU kann Stadt – sofern die Auswahl ihrer Kandidaten überzeugt.
Körner unter Wert geschlagen
Klar, Nopper muss sich einem zweiten Wahlgang stellen. Aber in dem kämen selbst nach dem Rückzug des deutlich unter Wert geschlagenen SPD-Fraktionschefs Martin Körner die Grüne Veronika Kienzle oder der unabhängige Kandidat Marian Schreier nur dann an Nopper vorbei, wenn einer von ihnen zugunsten der oder des anderen verzichten würde und seine Wählerschaft samt derjenigen Körners weitgehend hinter dieser einen Kandidatur versammeln könnte. Wenig spricht dafür.
Achtungserfolge für Schreier und Rockenbauch
Schreier und Hannes Rockenbauch, Stadtrat für das Bündnis um SÖS, haben mehr als Achtungserfolge erzielt. Der junge Schreier mit seinem klar formulierten Führungsanspruch, seiner frühen und professionell begleiteten Kandidatur. Rockenbauch mit seiner eindeutigen – um nicht zu sagen extremen – Positionierung in der Verkehrs- und der Klimapolitik, vor allem mit Arbeit und eigener Handschrift im Rat.
Nicht auf Anhieb mehrheitsfähig
Angezählt steht nach diesem ersten Schlagabtausch Kienzle da. So grün ist Stuttgart offenbar doch nicht, dass ein auf die Parole „Hier fürs Wir“ verdichtetes Wahlprogramm auf Anhieb mehrheitsfähig wäre.
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