Jetzt stimmt das Plakat: Fridi Miller will nicht mehr OB in Leonberg werden (die Abstimmung ist Ende September), in Böblingen (Wahltag ist Ende Januar) aber schon. Foto: Simon Granville

Die Böblingerin will sich nun auf den OB-Posten in ihrer Heimatstadt konzentrieren und räumt ein, dass sie in Leonberg kaum Chancen hätte.

Die Plakate, auf denen sich Friedhild Miller als OB-Kandidatin für Leonberg vorstellt, haben prophetischen Charakter. Denn über ihr Konterfei ist ein Aufkleber „Böblingen“ angebracht, was den einen oder anderen Betrachter zuletzt doch irritiert hatte. Jetzt aber ist klar: Der Hinweis auf die Kreisstadt ist berechtigt. Denn Miller, die sich in der Öffentlichkeit bevorzugt Fridi nennt, will im Januar kommenden Jahres als Oberbürgermeisterin in Böblingen antreten. Ihre Bewerbung für Leonberg hat sie hingegen zurückgezogen.

 

„Es ist offensichtlich und ich habe auch eingesehen, dass ich keine Chance habe, die Mehrheit der Stimmen auf mich zu ziehen“, teilt Miller dem Leonberger Gemeindewahlausschuss und dessen Vorsitzendem, Oberbürgermeister Martin Georg Cohn, schriftlich mit. „Natürlich würde ich sicherlich trotz allem 0,5 bis 1 Prozent der Stimmen auf mich ziehen“, sagt sie selbstbewusst. Schließlich habe sie eine entsprechende „Fan-Base“. Mitverantwortlich für diesen Schritt macht Fridi Miller die Medien, die ihre Erfahrung und ihre, wie sie meint, Prominenz nicht ausreichend würdigten: „Ich kann über elf Jahre Politikerfahrung vorweisen, habe bereits 2014 die Wählervereinigung FriDi und 2018 sogar die Partei FriDi gegründet.“ Durch ihrer Teilnahme bei der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ mit Starmoderator Günther Jauch habe sie sogar „weltweiten Bekanntheitsgrad“ erreicht und die Titelseite der Bild-Zeitung, wie sie schreibt, „geziert“.

Ihr Ziel sei es nun, am 25. Januar 2026 bei der OB- Wahl in Böblingen gegen den Amtsinhaber Stefan Belz anzutreten „und zu obsiegen“. Denn dieser habe die meisten seiner Wahlversprechen nicht eingehalten „und nur über die Diskreditierung des damals amtierenden OB Lützinger 2018 die Wahl gewonnen.“ In Leonberg jedenfalls muss sich der Wahlausschuss, der an diesem Dienstag tagt, nicht mehr mit der Kandidatur der Frau aus Böblingen beschäftigen. Aber es gibt genügend andere Interessenten: Marion Beck bewirbt sich auf dem Ticket der Grünen und der Wählerliste SALZ. Mit Unterstützung von CDU und Freien Wählern geht Tobias Degode aus Düsseldorf ins Rennen. Die Erste Leonberger Bürgermeisterin Josefa von Hohenzollern ist zwar FDP-Mitglied, tritt aber als unabhängige Kandidatin an.

Keine politische Erfahrung können Benjamin Schulz, Marisa Betzler und Willi Kerler aufweisen. Wer letztlich zu der Wahl am Sonntag, 28. September, zugelassen ist, steht nach der Sitzung des Wahlausschusses fest. Eine mögliche Stichwahl ist für den 15. Oktober terminiert.

Zu einer Diskussion mit aussichtsreichen Bewerbern, aber keiner Präsentation sämtlicher Kandidatinnen und Kandidaten, lädt unsere Zeitung am Montag, 15. September, 19 Uhr, in die Stadthalle in Leonberg ein. Dann diskutieren Beck, Degode, von Hohenzollern und Schulz über die Zukunftsperspektiven Leonbergs. Der Eintritt ist frei.