Die OB-Wahl in Leonberg steht kurz bevor. Was steht auf den Agenden der fünf Bewerberinnen und Bewerber? Hier gibt es eine Zusammenfassung einiger zentraler Punkte.
Die Zielgerade im Leonberger OB-Wahlkampf ist fast absolviert. An diesem Sonntag, 28. September, entscheidet sich möglicherweise schon, wer die neue Rathauschefin oder der neue Rathauschef wird – oder ob es zwei Wochen später zu einer Stichwahl der beiden Personen kommt, die beim ersten Urnengang die meisten Stimmen erhalten haben.
Fünf Bewerberinnen und Bewerber ringen um das OB-Amt in Leonberg. Ihre Positionen sind ähnlich, sofern sie sich auf einen „richtigen“ Wahlkampf eingelassen haben. Nachzulesen ist dies auch auf der neutralen Internetseite www.ob-wahl-leonberg.de, die das Leonberger Ehepaar Marita und Michael Raschke ins Leben gerufen hat. Zusammengefasst gibt es hier einige der dort angesprochenen zentralen Standpunkte:
Tobias Degode
Der von CDU und Freien Wählern unterstützte 38-Jährige hat sich Folgendes vorgenommen:
- Stärkung von Altstadt und Carl-Schmincke-Straße mit Gastronomie, Kultur, Handel und Aufenthaltsqualität
- Bessere Nutzung von Flächen durch Nachverdichtung und schnellen Ausbau von geplanten Gewerbegebieten
- Gesundheitscampus aus Krankenhaus, kommunalem Medizinischem Versorgungszentrum und weiteren Angeboten – entwickelt mit der Ärzteschaft vor Ort
- Ganzheitliches Verkehrskonzept für Auto, Rad, Bus und Fußgänger – Steuerung der Verkehrsströme durch einen „digitalen Zwilling“
- Dringendste Schäden an Schulen sofort beheben, gleichzeitig digitaler Ausbau sowie Neubau der Warmbronner Grundschule
- Sicherheit für Eltern, einen guten Kita-Platz zu bekommen. Dafür sollen Fachkräfte gewonnen werden, etwa durch beitragsfreie Plätze für Kinder der Erziehenden
Marion Beck
Die 55-Jährige wird von der Grünen- und der SALZ-Fraktion unterstützt. Ihre Standpunkte in Kürze:
- Lebendige Innenstadt, Nahversorgung in den Teilorten stärken, Grünflächen – die Lebensqualität soll wachsen
- Rahmenbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen verbessern, Nachverdichtung und Modernisierung bestehender Gewerbeflächen
- Zentraler Gesundheitscampus als große Chance, Erhaltung bestehender Strukturen, Krankenhaus stärken
- Modernes Parkleitsystem, optimierte Ampelschaltungen und digitales Verkehrsmanagement
- Gute und moderne Ausstattung der Schulen, klare Prioritätslisten
- Verlässliche Kita-Plätze für alle Familien, bedarfsgerechter Ausbau von Betreuungsplätzen, Entlastung der Eltern durch faire Kostenverteilung
Josefa von Hohenzollern
Die 51-Jährige ist als Erste Bürgermeisterin Leonbergs derzeit von ihrer Tätigkeit freigestellt. Sie geht als unabhängige Bewerberin mit folgenden Themen ins OB-Rennen:
- Lebendige Innenstadt, neues Postareal, attraktive Geschäfte und ein moderner Marktplatz
- Unbürokratische Ansiedlungshilfe für Unternehmen, Entwicklung moderner Gewerbeflächen
- Gesundheitscampus nur, wenn er das Krankenhaus stärkt und Synergien schafft, nicht wenn er Abteilungen schwächt oder verlagert.
- Digitale Steuerung des Verkehrs, „grüne Welle“, besseres Baustellenmanagement
- Priorisierung von Schulsanierungen gemeinsam mit Stadt- und Schulvertretern, Priorität haben die Schulen mit dem größten Sanierungsstau
- Konsequenter Ausbau von Kita-Plätzen, Einbindung von Tagesmüttern und flexibler Betreuungsmodelle; gestaffelte Modelle gegen steigende Gebühren
Marisa Betzler
34 Jahre alt ist Marisa Betzler, ebenfalls unabhängige Kandidatin. Sie hat sich dies hier vorgenommen:
- Eine Stadt mit kurzen Wegen, bezahlbarem Wohnraum und attraktiven Arbeitsplätzen. Stadtteile sollen ihre Identität bewahren und durch gute Rad-, Bus- und Fußwege angebunden bleiben.
- Vorausschauende Wirtschaftsstrategie, weniger Bürokratie für kleine und mittlere Unternehmen, attraktive Gewerbeflächen für zukunftsorientierte Branchen
- Gesundheitscampus als große Chance, wenn er das bestehende Krankenhaus ergänzt statt schwächt
- Entlastung der Innenstadt von Durchgangsverkehr – mehr sichere Rad- und Fußwege sowie Park & Ride-Angebote und digitale Systeme
- Schulsanierungen mit Sicherheitsrelevanz und Platzmangel haben Priorität
- Ausreichend bezahlbare Kita-Plätze, bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher
Willi Alfred Erich Matthias Kerler
Als Ur-Leonberger könnte man den 57-jährigen unabhängigen Kandidaten bezeichnen. Er hat sich Folgendes vorgenommen:
- Deutliche Verbesserung beim ÖPNV in die Teilorte. Grund- und Nahversorgung muss gewährleistet sein.
- Effizientere Strukturen mit langfristigem Kostendämpfungsprogramm, gezielte Nutzung von Fördermitteln
- In Sachen Krankenhausproblematik hält er sich zurück: Die Situation müsse zuerst geklärt werden.
- Überarbeitung des öffentlichen Nahverkehrs in Leonberg
- Vorrangig ist die Sicherheit der Schulen in jeglicher Hinsicht zu gewährleisten.
- Bedarfsgerechte Kita-Plätze vorhalten, eventuell selbst Personal qualifizieren
Antworten auf weitere Fragen, zum Beispiel zu Bürgerbeteiligung, Umweltschutz und kulturellem Leben in Leonberg, gibt es auf www.ob-wahl-leonberg.de.