Es ist eines der großen Themen dieses Jahres in Leonberg: Die Entwicklung des Postareals wird auch den oder die künftige OB beschäftigen. Was sagen die Bewerberinnen und Bewerber dazu?
Dass es in Sachen Postareal derzeit knirscht in Leonberg, ist kein Geheimnis. Die Arbeiten auf der Brache ruhen aktuell, Grund dafür ist die Entsorgung einer asbestverseuchten Bodenplatte – wer die Kosten für deren Abfuhr übernimmt, ist weiter ungeklärt. Laut Noch-Oberbürgermeister Martin Georg Cohn solle sich die Angelegenheit zwischen Abbruchfirma und Stadtverwaltung im Oktober klären. Und da wäre im direkten Zusammenhang ja auch noch der kurzzeitig gerüchtete mögliche Ausstieg von Projektentwickler Strabag – der laut Cohn aber inzwischen vom Tisch sei.
Das Postareal in Leonberg ist zentral für die Entwicklung der Innenstadt
Auch wenn seine Amtszeit in Leonberg im November endet, das Postareal bleibt – und mit ihm auch diverse Themen drumherum, mit denen sich Cohns Nachfolgerin oder Nachfolger befassen muss. Was die drei Kandidatinnen und zwei Kandidaten mehr oder weniger eint: Sie machen sich für die weitere Entwicklung des Areals respektive die Innenstadtentwicklung stark.
Tobias Degode, von der CDU und den Freien Wählern unterstützter Bewerber, macht sein Ziel klar: „Eine Innenstadt, in der alle Wege in 15 Minuten zu Fuß erreichbar sind. Der Brückenschlag im Postareal ist ein Anfang. Doch er reicht nicht.“ Stadtplanung dürfe nicht nur Förderprogrammen folgen. Als Idee brachte er beim OB-Kandidatentalk unserer Zeitung ein Ärztehaus statt Büros auf dem Postareal ins Spiel.
„Der Brückenschlag zwischen Neu- und Altstadt ist das Fundament für eine lebendige Innenstadt“, findet auch Josefa von Hohenzollern, derzeit freigestellte Erste Bürgermeisterin Leonbergs. „Die Brachfläche mitten in der Stadt und ein asbesthaltiger Trümmerhaufen sind ein fatales Signal für erneuten Stillstand in einem Schlüsselprojekt unserer Stadt.“ Bei der Asbestbeseitigung wünsche sie sich eine „juristisch saubere Lösung“. „Nach all den Verzögerungen muss es jetzt endlich vorangehen. Die Menschen in unserer Stadt erwarten zurecht, dass hier ein lebendiges Quartier entsteht“, lautet der Standpunkt von Marion Beck, die von den Grünen und der SALZ-Fraktion unterstützt wird. „Entscheidend ist eine ausgewogene Nutzung mit Wohnraum, Grünflächen und kleinteiligem Einzelhandel.“ Abweichungen von bestehenden Planungen müssten sorgfältig geprüft werden, damit zugesprochene Förderungen nicht gefährdet werden.
Innenstadt von Leonberg auch im Fokus zweier weiterer Kandidaten
Der unabhängige Kandidat Willi Alfred Erich Matthias Kerler weist beim Postareal vor allem auf das von ihm geforderte „Miteinander von Radfahrern und Fußgängern“ bei neuen Projekten hin – beim Postareal seien diese Planungen „wohl auch eher suboptimal“.
Betzler indes erwähnt das Postareal nicht explizit auf ihrer Agenda, fordert aber eine Belebung der Innenstadt sowie neue Nutzungskonzepte für Leerstand und Nachverdichtung ohne Verlust von Grünflächen.