Markus Ibert hat die regionale Karte ausgespielt. Foto: Christoph Breithaupt

Nach dem ersten Wahlgang hatte es bei der Oberbürgermeisterwahl in Lahr noch nach einer Sensation gerochen. Im zweiten Wahlgang setzte sich dann doch der Favorit durch.

Lahr - Der Diplom-Verwaltungswirt Markus Ibert (51) wird neuer Oberbürgermeister von Lahr, der mit 46 500 Einwohnern zweitgrößten Stadt im mittelbadischen Ortenaukreis. Der parteilose, von CDU und FDP unterstützte Geschäftsführer des Industrie- und Gewerbezentrums Lahr (IGZ), das die Fläche des ehemaligen Militärflugplatzes vermarktet, ist aus dem zweiten Wahlgang mit 55,09 Prozent der Wählerstimmen als deutlicher Sieger hervorgegangen. Seine Konkurrentin, die von den Grünen unterstützte Diplomatin Christine Buchheit (52), blieb mit 44,79 Prozent weit zurück. Die Wahlbeteiligung lag mit 38,7 Prozent zwei Punkte höher als im ersten Wahlgang, was der scheidende Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller (SPD) für eine Stadt dieser Größenordnung als nicht akzeptabel bezeichnete.

Wahlempfehlung half nichts

Der Grünen-Kandidatin war es offenbar nicht gelungen vom Rückzug des Lahrer Sozialbürgermeisters Guido Schöneboom zu profitieren. Schöneboom war von der SPD unterstützt worden, aber im ersten Wahlgang nur auf Platz drei gelandet. Auch seine Empfehlung, jetzt für Christine Buchheit zu stimmen, verfing offenbar nicht. Demgegenüber gelang es Ibert, seinen Heimvorteil als langjähriger IGZ-Chef auszuspielen. Er stammt aus der Gegend und spricht wie die Mittelbadener. Der strahlende Sieger Ibert erklärte, er wolle „mit voller Kraft in die Zukunft gehen“ und wie im Wahlkampf beteuert, dabei die Lahrer Bürger mitnehmen. Die Amtszeit des jetzigen Oberbürgermeisters Wolfgang G. Müller endet am 31. Oktober, er muss das Amt altershalber aufgeben.

Zurück nach Berlin

Die unterlegene Konkurrentin Christine Buchheit gratulierte dem Sieger als Erste und bedauerte danach, dass „ihr Angebot für Lahr“ vielleicht etwas zu fortschrittlich gewesen sei und die Wählerinnen und Wähler daher dem regionalen Kandidaten den Vorzug gegeben hätten. Christine Buchheit stammt aus Mannheim, hat in Freiburg studiert und lebt derzeit in Berlin, sie hat bereits vor der Wahl erklärt, dass sie im Falle einer Niederlage wieder in das Bundesaußenministerium zurückkehren werde, wo sie als Diplomatin arbeitet.

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