Bürgermeister Geyer (rechts) beim Handshake mit Hauptamtsleiter Ekkehard Schulz. Foto: Patricia Sigerist

Michael Stecher hat seine Bewerbung fristgerecht zurückgezogen. Über den prestigeträchtigen Spitzenplatz auf den Wahlzetteln musste sogar ein Los entscheiden.

Fellbach - Wenn der Gemeindewahlausschuss zusammenkommt, geht es vor allem um Formalien und Regularien. Aber auf diese Weise werden wichtige Weichen gestellt, und Neuigkeiten sind zu erfahren, weswegen der Gemeindewahlausschuss zur Wahl des Oberbürgermeisters am Dienstag im Fellbacher Rathaus mehr Publikum von außerhalb der Verwaltung als mancher anderer Ausschuss hatte.

Fünf Kandidaten haben die nötigen 50 Unterschriften eingereicht

Der Gemeindewahlausschuss hat fünf Kandidaten zum Rennen um das Amt des neuen Stadtoberhaupts am 18. September zugelassen. Einer, der auch seine Unterlagen fristgerecht, nämlich schon am 26. Juli, eingereicht hatte, ist nicht darunter: Michael Stecher hat seine Bewerbung am Montag ebenso fristgerecht wieder zurückgezogen. Gründe dafür wurden nicht bekannt. Als Kandidaten werden auf dem Stimmzettel stehen: Der Pädagoge und Akademieleiter Ulrich Raisch aus Stuttgart, die Erste Bürgermeisterin Gabriele Zull aus Göppingen, der Schreinermeister und Holztechniker Hans Mack aus Fellbach, der Taxifahrer Werner-Peter Schifterowitsch, ebenfalls aus Fellbach, und der Referatsleiter Wirtschaft und Verkehr Carsten Hansen aus Berlin, und zwar in dieser Reihenfolge. Sie hatten alle mehr als die nötigen 50 gültigen Unterstützerunterschriften eingereicht und damit eine wichtige Voraussetzung erfüllt.

Der Platz auf den Stimmzettel richtet sich nach dem Eingang der Bewerbungen

Mit eventuellen Wahlchancen oder der Zahl der Unterstützer hat die Reihenfolge der Namen auf dem bald 30 000-fach gedruckten Stimmzettel nichts zu tun. Der dem Kandidaten zugewiesene Platz richtet sich nach dem Eingang der Bewerbungen. „Für uns ist das ein Verwaltungsverfahren, das man korrekt abhandeln muss“, entschuldigt Erster Bürgermeister Günter Geyer, dass viele Festlegungen bereits durch gesetzliche Vorschrift entschieden sind. Er leitete die Sitzung als der gesetzliche Vertreter des im Urlaub weilenden OB Christoph Palm. Festgelegt ist allerdings, dass manche Weichenstellungen auch durch Losentscheid entschieden werden. Weil die Bewerbungsfrist an einem Freitag, dem 27. Mai, startete, gelten alle Unterlagen, die bis Montag, 30. Mai, vor 7.30 Uhr eingereicht worden waren, als zeitgleich eingegangen. Dies betrifft die Bewerbungen von Ulrich Raisch und Gabriele Zull, die daher einem Losentscheid über den prestigeträchtigen Spitzenplatz zu unterwerfen waren. Dazu dienten von einem Mitglied des Wahlausschusses mit Namen zu versehende, knallig rote Zettel. Mit den Worten „Brigitte, du kannst schreiben“, wies Wahlausschussmitglied Gerhard Röger diese Aufgabe humorvoll Brigitte Heß, der früheren Stadträtin, zu. An der Sitzung nahmen außerdem Herbert Aldinger als Vertreter von Hans-Ulrich Spieth und Benedikta Bold für Michael Vonau teil.

Stadtverwaltung ist dazu verpflichtet, ihr Amt völlig unparteiisch wahrzunehmen

Geyer zog mit abgewandtem Blick aus der abgedeckten Urne den Stimmzettel für Ulrich Raisch. Das gleich aussehende Papier mit dem Namen von Gabriele Zull kam erst als zweites zum Vorschein. Die übrige Reihenfolge lag durch den Eingang der Bewerbungen fest. Anders wird die Reihenfolge bei der offiziellen Kandidatenvorstellung am Montag, 12. September, 19.30 Uhr, im Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle aussehen. Dort wird sich das Quintett jeweils bis zu 15 Minuten lang dem Wahlvolk vorstellen. Durch erneuten Losentscheid erhielt Hans Mack die ehrenvolle Aufgabe, als erster anzutreten. Danach wird Carsten Hansen ans Mikrofon gehen. Es folgt Gabriele Zull am Pult, danach Werner-Peter Schifterowitsch. Diesmal bildet Ulrich Raisch den Schluss. „Wir werden streng darauf achten, dass die 15 Minuten Redezeit nicht überschritten werden“, kündigt Geyer schon jetzt an. Er wird die Veranstaltung leiten. Die Stadtverwaltung als Veranstalter ist, wie der Erste Bürgermeister betont, bei der Kandidatenvorstellung und auch sonst verpflichtet, ihr Amt völlig unparteiisch wahrzunehmen. Eine offene Fragerunde wird ebenfalls Teil der Veranstaltung sein.

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