Der neue Oberbürgermeister von Eislingen heißt Oliver Marzian. Doch die unterlegene Bürgermeisterin von Römerstein könnte die Wahl anfechten.
Keine 250 Stimmen haben am Ende den Unterschied ausgemacht: In einem wahren Wahlkrimi hat sich der bisherige Stadtkämmerer von Eislingen, Oliver Marzian, bei der OB-Wahl in der 22.500 Einwohner großen Stadt im Kreis Göppingen durchgesetzt. Bei der Stichwahl holte er 51,8 Prozent der Stimmen. Die unterlegene Bürgermeisterin von Römerstein, Anja Sauer, kam auf 48,2 Prozent. Im ersten Wahlgang hatte Sauer noch knapp mit 33,5 zu 30,5 Prozent vorne gelegen.
Die Wahlbeteiligung lag bei 41,5 Prozent und damit etwas unter der aus dem ersten Wahlgang. Der parteilose Marzian folgt auf OB Klaus Heininger, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut angetreten war. Beide Politiker sind parteilos. Auch Sauer hat kein Parteibuch. Bei der Wahl hatte es keine offiziellen Wahlempfehlungen der Gemeinderatsparteien gegeben.
Kandidatin klagte über Schmutzkampagne
In der Endphase des Wahlkampfs hatte Sauer über eine „Schmutzkampagne“ geklagt. Sie warf dem Wahlamt der Stadt vor, es habe sie wegen fehlender Transparenzhinweise auf ihrer Kandidatenhomepage beim Landesdatenschutzbeauftragten angeschwärzt. In diesem Zusammenhang beklagte sie eine negative Presseberichterstattung, die vor allem in die heiße Briefwahlphase fiel. Dem Wahlergebnis könnte dies abzulesen sein. Während Marzian bei den Briefwählern deutlicher vorne lag, ergab sich bei der Urnenwahl am Sonntag lediglich ein knapper Vorsprung von 50,2 zu 49,8 Prozent.
Sie behalte sich vor, die Wahl anzufechten, hatte sie bereits im Vorfeld erklärt. Am Wahlabend selbst ließ sie das offen und gratulierte dem Wahlsieger. „Ich bin überglücklich über den Ausgang“, sagte Oliver Marzian. „Ich habe die ganze Zeit gesagt, dass das Rennen offen ist und es auch andersrum ausgehen kann.“ Der 53-Jährige wird sein Amt im Juni antreten.