OB macht Hoffnung auf Zuschüsse für Stuttgart Freude und Nachdenklichkeit bei Kinderhospiz-Eröffnung

Von Martin Haar 

Feierliche Schlüsselübergabe beim Kinder- und Jugendhospiz Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Feierliche Schlüsselübergabe beim Kinder- und Jugendhospiz Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Mit einem Festgottesdienst und einem Grußwort von OB Fritz Kuhn wurde am Freitag das stationäre Kinder-und Jugendhospiz eingeweiht. „Es ist die erste stationäre Einrichtung ihrer Art im Land, darauf bin ich stolz. Es ist ein wichtiger Schritt“, sagte Kuhn.

Stuttgart - Ganz gleich, wer bei diesem Gottesdienst in der überfüllten katholischen Kirche St. Konrad auch sprach – ob Alt­prälat Martin Klumpp in seiner Predigt, Prälatin Gabriele Arnold, Hospizleiterin Elisabeth Kunze-Wünsch, Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) oder Staatssekretärin Theresa Schopper in Vertretung für Ministerpräsident Winfried Kretschmann –, jeder mischte in den Becher der Freude über die Eröffnung des „Kraftquell-Hauses“ (Klumpp) auch einen Tropfen Nachdenklichkeit. Schließlich ziehen hier bald sterbenskranke Kinder ein.

Ist das also wirklich ein Tag zum Feiern? Diese Frage stellte Stadtdekan Søren Schwesig bei der anschließenden Schlüsselübergabe in der Diemershalde und lieferte die Antwort gleich mit: „Natürlich ja, denn heute kommt ein lange gehegtes und gepflegtes Projekt zu seinem Ende.“ Gleichwohl gab er zu bedenken: „Es ist nicht irgendein Haus. Es ist ein Haus, das mit einer der größten Tragödien zu tun hat, die ­Menschen befallen können.“ Weiter sagte Schwesig: „Die Zuwendung soll hier erlebbar werden für diese Familien und für das erkrankte Kind – samt seinen Geschwistern. Darum dieses Haus. Unglaublich viele Menschen haben dieses Projekt eines Kinder- und Jugendhospizes unterstützt – mit ihrem Geld oder ihren Gebeten. Was sie unterstützt haben? Ein Haus der Hoffnung. Ein Haus des Lebens. Ein Haus, das dem Tod die Hoffnung entgegensetzt.“

Nach Doris Leibinger wird ein Weg benannt

Eine der größten Unterstützerinnen ist Doris Leibinger, die Gattin des Unternehmers (Trumpf) Berthold Leibinger. Wie es heißt, habe sie namhafte Beträge gespendet. Allerdings nicht nur für Gottes Lohn. Daher bedankte die Hospizleitung sich auf besondere Weise: Der Rundweg auf dem Hospizgelände, der von unten nach oben und von oben nach unten führt, wird künftig als „Doris-Leibinger-Weg“ bezeichnet. „Wir ehren damit ihre großen Verdienste um den Aufbau und die Entwicklung des Hospizes Stuttgart insgesamt, besonders aber im Blick auf ihr großes Engagement bei der Entstehung des stationären Kinder- und Jugendhospizes und für ihre jahrzehntelange Mitarbeit im Vorstand des Fördervereins“, sagte Altprälat Martin Klumpp, dessen Predigt ebenso weise wie klug und orientierend war. Klumpp bezeichnete darin alle Freunde und Spender dieses Projektes als ein „Friedenzeichen in der Stadt“.

Ein Zeichen der Stadt setzte OB Fritz Kuhn, der in seinem Grußwort seinen Stolz und seine Zufriedenheit darüber ausdrückte, dass Stuttgart durch das Kinder- und Jugendhospiz nun ein Alleinstellungsmerkmal im Land hat: „Dass wir so etwas in Stuttgart hinkriegen, ist ein Tag der Freude.“ Daher habe er initiiert, dass der Gemeinderat Ende November über einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 300 000 Euro abstimmt. Offiziell ist das Kinder- und Jugendhospiz nun eröffnet, aber bevor am 4. Dezember der erste kleine Patient in der Diemershalde einzieht, können alle Interessierten das Hospiz an diesem Wochenende besichtigen. Zudem gibt es an diesen Tagen der offenen Tür jeweils von 10 bis 18 Uhr ein kulturelles Angebot und ein vielfältiges Mitmachprogramm

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