OB Kuhn: Wissenschaftsstadt Stuttgart stärken Stuttgart erfindet sich als Wissenschaftsstadt neu

Von Nikolai B. Forstbauer 

Stuttgarts OB Fritz Kuhn will neue Impulse für die Stadtgesellschaft Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Stuttgarts OB Fritz Kuhn will neue Impulse für die Stadtgesellschaft Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Gerade noch erlebte Stuttgarts OB Fritz Kuhn lautstarken Protest der Kulturszene gegen Pläne, die Kulturpolitik künftig in der Allgemeinen Verwaltung zu positionieren. Jetzt ist Kuhn wieder in der Offensive – und will Stuttgarts Profil als Wissenschafts- und Kunststadt schärfen.

Stuttgart - Stuttgarts OB Fritz Kuhn sieht für die Landeshauptstadt die Chance zu einer Neupositionierung. „Ziel ist es“, sagte Kuhn unserer Zeitung, „eine Vision für den ­Wissenschaftsstandort zu entwerfen, die an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft neue übergreifende Aspekte für die Stadtentwicklung und ­damit Lösungen für virulente Zukunfts­fragen entwickelt.“ Kuhn nimmt mit seinem Vorstoß Anregungen aus einer Debatte im Ausschuss für Kultur und Medien auf. Am Dienstag hatten die Sachkundigen Bürger Kuhn einen Aufruf übergeben, in dem gefordert wird, die Zuordnung der Kultur in das Referat für Allgemeine Verwaltung zu überdenken.

Wie berichtet, hatte die Neuordnung der Bürgermeisterbank in Stuttgart in der Kulturszene für Irritation gesorgt. Zugleich kam am Dienstag die Anregung, die Diskussion zu erweitern und Ideen für Stuttgart als Wissenschafts- und Kunststadt zu entwickeln. Zunächst sollen, so Kuhn, „Handlungsfelder eruiert und ein ­gemeinsames Mission Statement ‚Wissenschaftsstandort Stuttgart‘ formuliert ­werden.“

In der Spitzenforschung ist das Interesse groß. „Stuttgart hätte optimale Voraussetzungen für wissenschaftliche Pionierarbeit“, sagte Saskia Biskup, Direktorin des Center for Genomics and Transcriptomics in Tübingen und Beraterin des Instituts für Klinische Genetik am Klinikum Stuttgart, unserer Zeitung. Und Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren, sagte: „Die Region Stuttgart hat eine extrem große Dichte an „hidden champions“ und Weltkonzernen. Diese Struktur braucht hervorragend ausgebildeten Nachwuchs – und dieser muss zu einem großen Teil hier vor Ort ausgebildet werden, will man eine langfristige Bindung sicherstellen. Insofern begrüße ich jede Maßnahme, die zu einer Stärkung der Wissenschaftsstadt Stuttgart beiträgt.“

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