Herzenswarmer Handschlag: Alfred Weinmann (SPD) hatte als ältester Stadtrat die ehrenvolle Aufgabe, dem neuen Rathauschef den Amtseid abzunehmen. Foto: Norbert J. Leven

Bei der Verpflichtung als Oberbürgermeister verspricht Christoph Traub, der zweitgrößten Kommune im Landkreis Esslingen künftig ein prägnanteres Profil zu erarbeiten.

Filderstadt - Als Bürger hat er sein halbes Leben in Filderstadt verbracht, als Stadtrat ist er längst mit den Wassern derKommunalpolitik getauft – jetzt endlich kann Christoph Traub im Rathaus auch selbst Regie führen. In einer feierlichen Zeremonie wurde der im Juli neu gewählte Oberbürgermeister am Montagabend in der Filharmonie in sein Amt eingesetzt. Der 45-jährige Jurist folgt der nach einer Amtszeit abgewählten Gabriele Dönig-Poppensieker nach, die 2007 den inzwischen verstorbenen Peter Bümlein an der Stadtspitze abgelöst hatte. Beide Vorgänger standen der SPD nah, mit dem bisher für die CDU mit Sitz und Stimme am Ratstisch vertretenen Traub hat nun das bürgerliche Lager den Chefsessel inne.

Parteipolitik allerdings, das hatte der in Göppingen geborene und in Bad Urach aufgewachsene Pfarrersohn schon im Wahlkampf immer wieder deutlich erklärt, spielt für Traub bei der Suche nach dem Wohl der Stadt und ihrer Bürger nur eine eher untergeordnete Rolle. „Ich bin überzeugt, dass in Zukunft mehr denn je ein Ringen um Gemeinsamkeiten nötig ist“, betonte der neue Rathauschef denn auch in seiner Antrittsrede – und warb nicht nur bei den 925 Mitarbeitern der Stadtverwaltung, sondern auch bei den einstigen Ratskollegen um Unterstützung und ein konstruktives Miteinander. „Das Wahlergebnis ist ein Vertrauensvorschuss und wird mir stets Ansporn sein, dieses Vertrauen zu erhalten und immer wieder neu zu verdienen“, erklärte Traub.

Traub will sich für seine Stadt zu Wort melden

Vor knapp 700 Besuchern im Kultur- und Kongresszentrum hatte zuvor der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl auf die Bedeutung der Zusammenarbeit von Kommunen und übergeordneten Behörden hingewiesen und die Rechtmäßigkeit der Wahl festgestellt. Auch Landrat Heinz Eininger betonte in seinem Grußwort das aktuell mit der Suche nach Flüchtlingsunterkünften, aber auch bei der weiteren Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs besonders deutlich augenfällige Gebot des guten Drahts zwischen Rathäusern und Landratsamt.

Neu-OB Christoph Traub sah in der Teilnahme nicht nur eine besondere persönliche Ehre, sondern auch ein „bedeutendes Signal für Filderstadt“ – schließlich pocht der Verwaltungschef darauf, dass die mit 45 000 Einwohnern zweitgrößte Kreiskommune sich ein prägnanteres Profil erarbeitet – und ihr Licht als lebenswerte und wirtschaftsstarke Stadt nicht länger unter den Scheffel stellt. „Ich werde mich zu Wort melden, wenn ich zur Auffassung gelange, dass es übergeordneten Ebenen an konkreter Wahrnehmung der Gegebenheiten vor Ort fehlt“, kündigte er an.

Als Schwerpunkte seiner politischen Arbeit rückte Traub neben der Flüchtlingsarbeit den Erhalt finanzieller Spielräume und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ins Blickfeld. Die Vereidigung des neuen Stadtoberhaupts oblag Alfred Weinmann als ältestem Stadtrat. Grußworte sprachen Dekan Rainer Kiess, der SPD-Fraktionschef Walter Bauer und Rektor Ralph Schindler. Auch Johannes Jauch für die Vereine, Jochen Thorns für die Feuerwehr und Ursula Helm für die Rathaus-Beschäftigten wünschten dem neuen OB bei seiner Arbeit eine glückliche Hand.

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