An einem Nebengebäude des Stadtmuseums Nürtingen warten 32 Schwalbennester darauf, von ihren gefiederten Bewohner in Besitz genommen zu werden.

Nürtingen - Insgesamt 16 Doppelnester haben Mitarbeiter des Bauhofs Anfang Mai an einem Nebengebäude des Stadtmuseums Nürtingen angebracht. Die Aktion ist Teil des Artenschutzprojekts Mehlschwalben, das der Naturschutzbund (Nabu) Nürtingen und Umgebung aufgelegt hat.

Die Nester am Museum befinden sich an der Giebelseite zum Neckar hin. Für die Schwalben, die über dem Fluss jagen, sind sie somit weithin sichtbar.

Dass sich der Nabu gezielt um Mehlschwalben kümmert, hat seine Gründe. Seit Jahren sind die Bestände flächendeckend rückläufig, die Art ist auf der Roten Liste der Brutvögel in Baden-Württemberg als gefährdet eingestuft. Immer weniger Insekten durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Mangel an geeignetem Nistmaterial durch die starke Verstädterung und die Versiegelung der Landschaft sowie die Zerstörung von Nestern durch Abbruch von Altgebäuden und durch Gebäudesanierungen – das sind die Ursachen dafür, dass die Schwalben, die jahrhundertelang wie selbstverständlich existierten, inzwischen zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden sind.

Begonnen hat der Nürtinger Nabu sein Projekt vor zwei Jahren in Raidwangen. Die Bestände wurden erfasst, Hausbesitzer gezielt angesprochen, und im Oktober brachten die Mitglieder dann 37 neue Nester an. Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt dann auf dem Quartier Klein-Tischardt. Jedes Jahr soll dann ein anderer Stadtteil folgen, um die Mehlschwalbenbestände in Nürtingen langfristig zu sichern. Der Nabu ermuntert alle Bürger zum Mitmachen und berät bei der Anbringung von Nestern unter der Rufnummer 0 70 22 / 9 42 22.

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