Die Stadt Nürtingen beteiligt sich am internationalen Gedenk- und Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Rote Schuhe sollen mahnen.
Am internationalen Gedenk- und Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, am Samstag, 22. November, sollen rote Schuhe daran erinnern, das Frauen vielen Formen von Gewalt ausgesetzt sind. In Nürtingen werden laut Stadtverwaltung ein Infotisch und eine Ausstellung auf das Thema aufmerksam machen.
Gewalt gegen Frauen werde häufig allein wegen des Geschlechts ausgeübt, heißt es in der Mitteilung. Darauf weise auch der Begriff Femizid hin, womit Tötungsdelikte an Frauen gemeint sind, die auf Unterordnung und Kontrolle von Frauen in patriarchalischen Gesellschaften als Ursache beruhen.
Femizide werden häufig von Partnern begangen
Solche Femizide würden überwiegend durch aktuelle oder ehemalige Partner im Kontext von Trennung und Scheidung sowie häuslicher Gewalt verübt. Die Mitteilung verweist auf Zahlen des Bundeskriminalamts, wonach im Jahr 2023 insgesamt 360 Frauen und Mädchen in Deutschland getötet, davon 247 durch ihre (Ex-)Partner. Um Aufmerksamkeit auf diese Gewaltopfer zu richten, gibt es seit 1981 den internationalen Gedenk- und Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.
Auch in Nürtingen soll auf das Thema aufmerksam gemacht. Am Samstag, 22. November, symbolisieren zwischen 10 und 12 Uhr rote Schuhe an einem Stand des Ordnungsamts in der Nähe des Eingangsbereichs an der Kreuzkirche in der Fußgängerzone diese 247 im Rahmen von Partnerschaftsgewalt getöteten Frauen und Kinder in Deutschland.
Die roten Schuhe gehen als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen auf eine Aktion der Künstlerin Elina Chauvet aus Mexiko im Jahr 2009 zurück. In Nürtingen werden im Erdgeschoss und Untergeschoss des Rathauses von Dienstag, 18. November, bis Dienstag, 25. November, im Rahmen einer Ausstellung Fallbeispiele von Gewalt gegen Frauen dargestellt.
Hohe Zahl an Gewalt zwischen Paaren auch im Kreis Esslingen
Psychische und physische Gewalt in Beziehungen sind auch im Kreis Esslingen alltäglich. Wie es in der Mitteilung heißt, wurde die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 727 mal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen von Paaren gerufen. Dennoch sprächen die Betroffenen äußerst selten über das Thema. Unterstützung erhielten Betroffene von den Mitgliedern der Runden Tische „Hilfen bei häuslicher Gewalt“, von Frauen- und Männerberatungsstellen, den Sozialen Diensten des Landkreises und der Großen Kreisstädte sowie psychologischen Beratungsstellen.
Weitere Informationen und Kontakte zum Thema häusliche Gewalt unter: www.landkreis-esslingen/haeuslichegewalt, Frauen helfen Frauen Esslingen e.V.: 0711 / 35 72 12, Frauen helfen Frauen Filder e.V.: 0711 / 7 94 94 14, Frauen helfen Frauen Kirchheim e.V.: 0 70 21/ 4 65 53 und bei der Fachberatung Gewaltprävention für gewaltausübende Männer und Frauen: 0711 / 21 84 09 66.