Nürtingen ist zwar Hochschulstandort, eine typische Studentenstadt allerdings nicht. Foto: privat

Laut einer Studie der örtlichen Hochschule nutzt die Kommune ihr Potenzial noch viel zu wenig. Beim Nachtleben herrscht „Tote Hose“, und am Neckar könnte ebenfalls mehr geboten sein.

Nürtingen - Was macht Nürtingen aus? Und wie kann die Stadt weiterentwickelt werden, um auch in Zukunft lebenswert zu sein? Diesen Fragen haben sich Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen bei einem Stadtmarketing-Projekt gewidmet. Die jetzt im Rathaus vorgestellte Studie beinhaltet Handlungsempfehlungen für die Kommunalpolitik.

Drei Markenkerne von Nürtingen hat die Projektgruppe unter der Leitung der Betriebswissenschaftlerin Iris Ramme ausgemacht: den Neckar, die Altstadt und Nürtingen als Studentenstadt. In allen drei Bereichen schöpfe Nürtingen sein Potenzial bisher allerdings nicht voll aus. Um das Profil der Stadt zu schärfen und die Attraktivität Nürtingens zu steigern, müssten laut der Studie zum einen die äußeren Rahmenbedingungen verbessert werden.

Grünflächen laden nicht zum Verweilen ein

Die Autoren der Untersuchung empfehlen dazu auch Verbesserungen bei Grünflächen. Demzufolge mangelt es noch an Parks, Ruhebänken und grünen Zonen, die zum Entspannen und Pause machen einladen. Defizite sehen die HfWU-Studenten des Studiengangs Betriebswirtschaft zudem beim Thema Parken. So sollte es beispielsweise mehr Kurzzeitparkplätze in der Innenstadt geben.

Mit Blick auf den Öffentlichen Personennahverkehr plädiert die Projektgruppe für eine bessere Infrastruktur und attraktive Preise. Auch das Thema Sicherheit spielt in der Untersuchung eine Rolle. So sollte in der Gegend um den Bahnhof und generell auf öffentlichen Plätzen die Polizei mehr Präsenz zeigen, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.

Ein Partyboot auf dem Neckar könnte für Stimmung sorgen

Verbesserungswürdig, so ein Fazit der Studenten, ist das Nürtinger Nachtleben. Hier herrsche zu oft „tote Hose“. Bars und Events sollten dazu dienen, ein ansprechendes Angebot zum Ausgehen für Jung und Alt zu schaffen. Was die Restaurantszene betrifft, so empfiehlt die Untersuchung weniger Dönderbuden und dafür mehr heimische Gastronomie. Auch Ladengeschäfte sollten auf regionale Produkte setzen.

Schließlich müsste aus Sicht der Autoren die Erlebbarkeit des Nürtinger Neckars ausgebaut werden. Freizeit- und Sportangebote, Strandleben, ein „Partyboot“ und Gastronomiedienten diesem Ziel. Für ihre Untersuchung hat die Projektgruppe Interviews mit in Nürtingen lebenden Menschen geführt, darunter Senioren, jungen Leuten zwischen 18 und 25 Jahren, Neubürger und Unternehmer. Der Stadtmarketingprozess soll dabei helfen, Verödungstendenzen entgegenzuwirken, die von einem Verfall der Infrastruktur begleitet wären.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: