Breite Sitzstufen würden am Stadteingang den Zugang zum Neckar ermöglichen. So soll der Fluss durch die Landesgartenschau erlebbarer werden. Foto: Planstatt Senner

Nürtingen reicht im Dezember die Bewerbung für eine Landesgartenschau ein. Die Entscheidung soll dann im Sommer fallen.

Nürtingen - Diesmal soll es klappen. Nachdem sich Nürtingen vor zehn Jahren vergeblich um eine Landesgartenschau beworben hat, hofft die Stadt nun auf den Zuschlag. Die Bewerbungsunterlagen sind praktisch fertig, bis zum 19. Dezember müssen sie im Rahmen des Landesförderprogramms „Natur in Stadt und Land“ eingereicht sein.

Der Neckar und der Galgenbergpark sind zentrale Gebiete

Das vom Büro Planstatt Senner unter Beteiligung der Nürtinger Bürgerschaft erarbeitete Konzept konzentriert sich auf zwei Achsen. In Nord-Süd-Richtung verläuft der Neckar mit seinen Zuflüssen Steinach, Saubach und Aich. Hier sollen die Gewässer künftig erlebbarer werden. Gleichzeitig sollen die Freiräume ökologisch aufgewertet werden. Zur Alleenstraße hin sind terrassenförmige Sitzstufen angedacht, die einen breiten Zugang zum Neckar bieten. Gleichzeitig hat das Konzept die ökologische Aufwertung von Freiräumen im Blick.

Die Kosten liegen bei geschätzten 27 Millionen Euro

Die zweite Achse verläuft in Ost-West-Richtung. Sie verbindet das Entwicklungsgebiet östliche Bahnstadt über den Bahnhof, die Innenstadt bis zum Galgenbergpark. Bestehende Barrieren auf dieser Achse sollen aufgehoben werden. Für den Galgenbergpark sind ein gastronomisches Angebot sowie zusätzliche Spiel- und Freizeitmöglichkeiten vorgesehen, die den Aufenthalt in diesem städtischen Naherholungsgebiet attraktiver machen. Eingebettet in die Bewerbung, die der Gemeinderat am Dienstag beschließen soll, ist auch ein Klimaschutzkonzept, das mit Blick auf den Klimawandel gefordert wird. Im Bemühen um eine Landesgartenschau nutzt Nürtingen auch das Wissen der örtlichen Hochschule mit ihren Studiengängen der Freiraum- und Umweltplanung. Für eine Landesgartenschau rechnet Nürtingen mit Investitionskosten von insgesamt rund 27 Millionen Euro.

Eine Gartenschau kommt frühestens in einem Jahrzehnt

Die Entscheidung der Jury über die Vergabe der Landesgartenschauen wird voraussichtlich im Sommer bekannt gegeben. Sollte Nürtingen zum Zug kommen, wird hernach aber noch viel Wasser den Neckar hinabfließen. Denn die aktuelle Bewerbungsrunde bezieht sich auf die Jahre zwischen 2031 und 2036.

Bis zu fünf Millionen Euro Zuschuss vom Land

Ziele
Landesgartenschauen gibt es in Baden-Württemberg seit 1980. Die erste fand in Ulm/Neu-Ulm statt. Landesgartenschauen und Gartenschauen (ehemals Grünprojekte) bringen mehr Grün in Städte und Gemeinden. Das oberste Ziel ist die Sicherung, Vernetzung und Gestaltung von Landschaftsräumen und damit eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität.

Finanzierung
Landesgartenschauen dauern in der Regel von Ende April bis Anfang Oktober. Vorgesehen ist ein Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Investitionskosten, jedoch liegt der Deckel bei maximal fünf Millionen Euro.

Gartenschauen
Kürzlich erst ist die Remstal Gartenschau beendet worden. Nächstes Jahr ist Überlingen (Bodenseekreis) an der Reihe. Die letzte Landesgartenschau im Kreis Esslingen hatte es 2002 in Ostfildern gegeben, davor 1998 in Plochingen.

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