Das Gelände an der Fischtreppe soll bebaut werden. Gegen die Pläne gibt es Widerstand. Foto: Horst Rudel

Das Tauziehen um das Neckarufer verbessert die Chancen Nürtingens bei der Bewerbung um eine Landesgartenschau nicht.

Nürtingen - Die Nürtinger sollen wie ein Mann hinter der Bewerbung der Stadt um eine Landesgartenschau in den Jahren zwischen 2031 und 2035 stehen. Das ist der Aufruf der Stadtverwaltung an die Bürgerschaft verbunden mit dem Angebot, bei der Konzeption für die Bewerbung mitzureden. Dass die Bürger von dieser Möglichkeit bisher offensichtlich rege Gebrauch machen, ist ein positives Zeichen.

Von Harmonie ist Nürtingen dennoch weit entfernt. Die Bürgerinitiative Nürtingen am Neckar will sich mit den Bauplänen an der Fischtreppe nicht abfinden und gibt ihren Widerstand nicht auf. 4701 Unterschriften hatte sie gegen die ursprünglichen Pläne für den Bau eines Hotels gesammelt. Ein gutes Dutzend zufällig ausgewählter Bürger hat zwischenzeitlich eine überarbeitete Planung dem Gemeinderat als Empfehlung vorgelegt. Das Wort „Hotel“ kommt darin zwar nicht mehr vor. Die Initiative lehnt den neuen Vorschlag jedoch als Mogelpackung ab, weil sie die Baupläne nach wie vor für zu massiv hält. Unabhängig davon, was man von den Plänen hält, bleibt festzuhalten, dass eine Befriedung des Konflikts nicht gelungen ist.

Freilich kann die Gartenschaubewerbung nicht auf das Gelände an der Fischtreppe reduziert werden. Doch es ist ein zentraler Bereich im Plangebiet. Dass der Ort zu einem Brennpunkt geworden ist, schadet der Bewerbung potenziell. Bürgerproteste beim Besuch der Jury? Das gäbe kein gutes Bild ab. Es gibt die Vision von Nürtingen als „Stadt am Fluss“. Erst einmal aber hat die Stadt eine Hypothek am Fluss.

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