Am Nürtinger Hölderlin-Gymnasium sind unter anderem die Fenster sanierungsbedürftig. Foto: Ines Rudel

Das Sanierungsprogramm des Landes für Schulen darf nicht abrupt enden. Sonst entwickelt sich ein gutes Instrument zum Bumerang, kommentiert unser Autor Wolfgang Berger.

Nürtingen - Die große Nachfrage nach dem kommunalen Sanierungsfonds des Landes zeigt, wie hoch der Sanierungsbedarf an den baden-württembergischen Schulen ist. Ohne Hilfe der Landesregierung und auch des Bundes wären die meisten Städte und Gemeinden kaum in der Lage, ihre Bildungsstätten auf Vordermann zu bringen.

Insofern ist die Förderung unverzichtbar. Gleichzeitig müssen sich die Kommunen bewusst sein, dass sie als Schulträger selber in der Pflicht sind. Die Schulen instandzuhalten hat Vorrang, notfalls müssen Projekte, die zwar wünschenswert aber nicht zwingend notwendig sind, hinter dieser Pflichtaufgabe zurückstehen.

Der Bildungsstandort braucht intakte und moderne Schulen

Das Beispiel der Stadt Nürtingen, die mit neun Millionen Euro Zuschüssen rechnen kann, dafür aber selber 21 Millionen Euro ausgeben muss, zeigt die Zwickmühle auf, in der sich viele Kommunen befinden. Einerseits müssen und wollen sie ihre Schulen sanieren, auf der anderen Seite stehen sie finanziell und zeitlich enorm unter Druck. Von daher ist es ein richtiges Signal, das jetzt die Kultusministerin Susanne Eisenmann aussendet: Das Programm zur Schulsanierung soll über den zunächst bis 2019 befristeten Förderzeitraum hinaus fortgesetzt werden.

Eine solche Verlängerung würde den Kommunen mehr Spielraum für die Modernisierung ihrer Bildungsstätten geben. Schülerinnen und Schüler müssen sich in einer zeitgemäßen Lernumgebung entwickeln können – damit steht und fällt die Zukunftsfähigkeit einer Bildungsnation.

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