Das neue Verwaltungsgebäude bietet Platz für 55 Landkreis-Mitarbeiter. Foto: Horst Rudel

Das neue Verwaltungsgebäude in Nürtingen lindert die Raumnot im Esslinger Landratsamt. Aber es beseitigt sie nicht. 5,5 Millionen Euro hat der Neubau gekostet.

Nürtingen - Früher ist in den Räumen der Strickerei Oelkrug in der Sigmaringer Straße noch grober Stoff gesponnen worden. Künftig werden in dem Neubau, der das vor zwei Jahren dem Abrissbagger zum Opfer gefallene Fabrikgebäude ersetzt hat, feine Verwaltungsfäden gesponnen. Am Mittwoch haben der Landrat Heinz Eininger und der Nürtinger Oberbürgermeister Otmar Heirich den jüngsten Gebäudeableger des Landkreises in Nürtingen seiner Bestimmung übergeben.

Den modernen Zweckbau an der Ecke zur Mühlstraße hat sich der Landkreis unterm Strich 5,5 Millionen Euro kosten lassen. Zwar wurden die Reden zur offiziellen Einweihung erst jetzt gehalten, doch haben die Landratsamtsmitarbeiter den ersten Monat im neuen Domizil schon hinter sich. Mitte September waren der Sozialpsychiatrischen Dienst für alten Menschen (SOFA), der Sozialpsychiatrische Dienstes Nürtingen (SpDI) und das Landwirtschaftsamts des Landkreises Esslingen in die Sigmaringer Straße 49 umgezogen. Nur einen Steinwurf von der Außenstelle des Landratsamts in der Europastraße entfernt haben die 55 Beschäftigten der Dienst- und Beratungsstellen ihre Schreibtische eingeräumt – im Erdgeschoss, leicht erreichbar, der Sozialpsychiatrische Dienst für alten Menschen, im ersten Obergeschoss der Sozialpsychiatrische Dienst Nürtingen und unterm Dach das Landwirtschaftsamt. Den drei Einrichtungen steht eine Nutzfläche von insgesamt 1620 Quadratmetern zur Verfügung.

Ein städtebaulich ansprechendes Gesicht

Das vom Landratsamt erworbene Gebäude schließt den Straßenzug in Richtung Mühlstraße ab. Drei Stadthäuser von ähnlicher Kubatur vervollständigen das nun aufgelockerte Straßenbild und geben dem Areal ein städtebaulich ansprechendes Gesicht. Das konnte man von dem wenig ansehnlichen Fabrikklotz, der das Bild zuvor geprägt hatte, nur schwerlich behaupten.

Für den Landkreis sind die zusätzlichen Räume ein Gewinn, wenn auch noch lange nicht der Befreiungsschlag. Obwohl auch in das ehemalige Kreiskrankenhaus in Plochingen Dienststellen des Landkreises einziehen werden – entgegen der ursprünglichen Planung, die dort ein Gesundheitszentrum vorgesehen hatte – fehlt es weiterhin an Arbeitsplätzen für die Kreisverwaltung. Um der Raumnot Herr zu werden, und nicht nur der maroden Gebäudesubstanz des Landratsamt in Esslingen wegen, muss der Kreistag in den kommenden Monaten entscheiden, wie es mit dem in die Jahre gekommenen Verwaltungssitz am Neckar weitergehen soll. Als die weitestgehendste Option gilt der Abriss und ein Neubau an gleicher Stelle.

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