Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe Foto: AFP

Nachdem Beate Zschäpes Pflichtverteidiger bereits Kritik am Gerichtsgutachten über seine Mandantin äußerte, wird diese nun von Psychiater Pedro Faustmann bekräftigt.

München - Der Psychiater Pedro Faustmann hat im NSU-Prozess die Kritik an dem Gerichtsgutachten über die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe bekräftigt. Der vom Oberlandesgericht München bestellte Sachverständige Henning Saß habe bei seiner Arbeit mehrfach sein Fachgebiet als Psychiater überschritten, erklärte Faustmann am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München. Zudem habe Saß methodische Fehler begangen.

Einer der Pflichtverteidiger Zschäpes, Wolfgang Heer, beanstandete seiner Ansicht nach zu scharfe Nachfragen des Vorsitzenden Richters Manfred Götzl. Heer warf dem Richter vor, Faustmanns Antworten hätten ihm „schlicht nicht gepasst“.

Zschäpe hatte fast 14 Jahre mit den beiden NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos unentdeckt im Untergrund gelebt. Während dieser Zeit sollen Mundlos und Böhnhardt zehn Menschen ermordet haben. Neun Opfer waren türkisch- und griechischstämmige Selbstständige, die nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft aus fremdenfeindlichen Motiven umgebracht wurden. Das zehnte Opfer war die Heilbronner Polizistin Michéle Kiesewetter. Zschäpe ist als drittes Mitglied des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ in allen Fällen wegen Mittäterschaft angeklagt.

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