Die Angeklagte Beate Zschäpe steht zwischen ihren Anwälten Anja Sturm (links) und Wolfgang Heer. Ein Zeuge ist am Donnerstag im Gerichtssaal ausfallend geworden. Foto: dpa

Im NSU-Prozess hat ein der rechten Szene zugerechneter Zeuge die Verhandlung als "Schande" und "Affentheater" bezeichnet. Der Mann verweigerte Antworten auf Fragen zu der militanten Organisation „Hammerskins“. Das Gericht will nun prüfen, ob gegen den Mann Strafermittlungen eingeleitet werden.

Im NSU-Prozess hat ein der rechten Szene zugerechneter Zeuge die Verhandlung als "Schande" und "Affentheater" bezeichnet. Der Mann verweigerte Antworten auf Fragen zu der militanten Organisation „Hammerskins“. Das Gericht will nun prüfen, ob gegen den Mann Strafermittlungen eingeleitet werden.

München - Ein mutmaßlicher Neonazi hat sich beim Münchner NSU-Prozess ausfallend über die Verhandlung geäußert. Der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer sei eine „Schande“ und ein „Affentheater“, sagte der Zeuge am Donnerstag. Nach eigener Aussage hatte er Kontakt mit Ralf Wohlleben und einem weiteren mutmaßlichen NSU-Unterstützer. Erneut verweigerte der Mann Antworten zu allen Fragen über die militante Organisation „Hammerskins“, der er nach Aussage seiner Ex-Freundin angehörte.

Er werde auch keine Namen von „Kameraden“ nennen, das verbiete ihm sein „Wertesystem“. Er wisse, dass er damit in Konflikt zum Gericht liege, und nehme eine Strafe in Kauf. Das Gericht unterbrach anschließend die Vernehmung. Es sollte geprüft werden, ob Strafermittlungen gegen den Mann geführt werden, die ihm eine Aussageverweigerung gestatten würden.

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